Sonntag, 8. Dezember 2019

Last Minute-Weihnachtsgeschenke, bei denen der Weihnachtsmann Existenzängste bekommt


Eben noch haben wir mahnend und maßregelnd über den Weihnachtskommerz geredet, da bringt der Yoraiko selbst ihn in Schwung, indem er euch weitere potentielle Käufe an die Hand legt. Aber wer Teil eines Schenken und Beschenkt werden-Circles ist, der sieht sich nunmal nur allzu oft mit der unangenehmen Problematik konfrontiert, selbst bei den besten Freunden und engsten Familienmitgliedern die Frage zu stellen - Was zum Geier könnte ihm/ihr/divers eine Freude machen?? Selbst WENN sie schon im Sommer anfangen. Ich weiß, wir fühlen uns dann schlecht - Kennen wir unsere eigene Mutter denn nicht? Unseren besten Kumpel der uns seit fünf Jahren durchs Leben begleitet?!

Aber ganz ehrlich, das ist normal. Es gibt die verschiedensten Gründe, warum das Beschenken einer Person Schwierigkeiten verursacht - Sie hat einfach schon alles was sie braucht, sie hat einen schwierigen Charakter und ist schwer glücklich zu machen, ihr teilt nicht besonders viele Interessen oder redet nicht so viel, sondern... liebt euch eher die meiste Zeit. Das ist okay. Ihr seid okay. Vergebt euch. Nehmt dem guten, alten Weihnachtsmann dieses Jahr doch etwas Arbeit ab und denkt außerhalb der Box - Oder lest einfach diese Liste. Denn genau das habe ich in den letzten Jahren immer wieder probiert um meinen Geschenkpaketen den besonderen Schliff zu geben. Möge meine gesammelte Erfahrung euch nützen und der eine oder andere verwertbare Tipp dabei sein.

Disclaimer: Dieser Artikel geht davon aus, dass ihr nicht einer dieser pervers-hochbegabten Reddit-Aliens seid, die mit verbundenen Augen in zwei Stunden die Mona Lisa nachzeichnen, aus ein paar Drähten und einem Stück Holz eine Spieluhr anfertigen oder mit 23 Instrumenten ein orchestrales Konzert aufnehmen können. Nein, es geht hier natürlich nur um die ganz normale, unfähige Mittelmenschen-Bevölkerung. Aber keine Sorge: Auch ihr könnt kreativ werden.

Disclaimer 2: Seht es mir nach, dass ich hier aktiv Werbung für Amazon mache und darauf verlinke. Ja wir wissen es, Amazon ist (Wie jeder globale Machtmonopolhalter) böse, aber der Einfachheit halber zeige ich euch viele Artikel dort, ihr könnt sie ja auch woanders suchen. Außerdem mache ich Werbung für spezielle Seiten und Services, das allerdings ohne deren Wissen oder gar ein Sponsoring (Wer hätte das gedacht bei einem Blog, der in vier Monaten 4000 Klicks erzielt hat...) Das kommt also dann aus Überzeugung. 

Wenns sonst nichts mehr gibt, auf in die Listen! 

Allgemeingültige Geschenke
Die zu beschenkende Person ist nicht ganz Nerd, besitzt keine große Leidenschaft für irgendetwas, ihr wisst nicht allzu viel über sie oder seid unsicher, in welche Richtung ihr gehen sollt? Kenn ich. Hier sind Sachen, die seeeehr breitflächig funktionieren können.

Ich persönlich habe Wolframringe sehr zu schätzen gelernt und trage selbst zwei davon - Sie sind absolut kratzfest, rosten nie, behalten immer ihre Farbe und ihren Glanz, sind bezahlbar und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ob ein cooler Farbiger für euren stilbewussten Freund oder ein Dezenterer für eure Tante, damit macht man wenig falsch, wenn die Person Schmuck trägt. Meine Empfehlungen: 
Der, Der, Der und Der
Soll es etwas Kuschliges sein? Ein Bademantel funktioniert immer gut, falls noch keiner/kein Ordentlicher vorahnden ist und die Person nicht erst vor dem Schlafen duscht oder badet. Der Verlinkte wurde von mir verschenkt und das mit Erfolg. Wer gerne badet, wird sich auch darüber freuen. Ungemein praktisch, kann man mit einem langen Holzbrett aber auch selbst herstellen. Für die Hygiene macht man mit einer elektrischen Schallzahnbürste nichts falsch - Das Schall ist wichtig, weil es viel effektiver als normale elektronische Bürsten mit Schallwellen die Zwischenräume reinigt. Die Verlinkte habe ich gekauft und die ist nicht verfügbar, aber es gibt da auch Bessere. Trinkt die Person gerne Kaffee oder heißen Tee unterwegs? Ein Isolioerbecher der auch TATSÄCHLICH dicht hält und schick aussieht unterstützt diese Leidenschaft. Ist getestet. Funktioniert. Das Nächste ist eine etwas 'größere' Anschaffung, lohnt sich aber vor allem für Koch-Faule: Ein REISKOCHER. Der Name ist leider etwas unglücklich etabliert, viele denken damit kocht man Reis - Na ja, stimmt auch, aber es geht auch so ziemlich alles Andere. Ich habe meinen seit zwei Jahren und habe seitdem kein einziges Mal meinen Herd benutzt. Wasser rein, Essen rein, Knopf an, den Rest macht das Gerät. Es gibt noch höherpreisige Modelle mit Guruoptionen wie Programmierbarkeit falls der Reis am Morgen nach dem Aufstehen oder Abends nach der Arbeit fertig gekocht sein soll, aber das verlinkte Modell genügt für die Meisten vollkommen. Ein ordentlicher Wasserkocher erleichtert den Küchenalltag ebenso gewinnbringend. Diese oder Ähnliche schnieke Uhren sind gerade was für Eltern oder Großeltern, wenn ihr mich fragt. Raucher? Dann tut doch mal was wirklich Gutes. Aber Vorsicht: Vorher auf Tuchfühlung gehen, ob Toleranz oder Bereitschaft für so eine Umstellung da ist, sonst kanns bitter werden. Für Naturfreunde und Spanner erweist sich ein Fernglas als treuer Begleiter - Auch hier gibt es wieder Modelle wie Sand am Meer. Soll es etwas alberner sein? Epische Kühlschrankmagnete. Sollte der oder die Fotos oder Poster an den Wänden haben, lassen sich diese sehr stilvoll mit einem Rahmen upgraden. Über einen Globus beschwert sich auch selten jemand. Ebenso wenig über hübsche Deko. Und wenn es noch an Kleinigkeiten dazu fehlt, darf man sich an Einhornpisse, Kotze oder Exkrementen bedienen.


Nerds & Freunde
Da ich selbst einer bin kriegen wir das hin. Also, Ersteres.

Gehen wir zu den guten, alten Analog-Spielen - Wenn ihr was Kleines, Schnelles und Einfaches wollt, das dennoch einen Heidenspaß macht und von euch selbst mit eigenen Karten erweiterbar ist, empfehle ich sehr Bossmonster und Enter the Dungeon - Letzteres besitze ich selbst und es zählt mittlerweile 3x so viele Karten. Einfach mal auf Youtube nachschlagen. Aus der Kindheit kennen vielleicht noch viele das Ein-Spieler-Spiel Murmel-Solitär. Vom Fünf-, bis zum Vierzigjährigen fasziniert und funktioniert das simple aber tiefgehende Denkspiel, ich habs probiert. Gibt es natürlich viel günstiger. Beschenkt ihr eine jener Personen, die immer etwas in den Händen haben müssen oder zur Nervosität neigen, hilft ein Fidget Cube. Wenn die Person Figuren und Merchandise sammelt, ihr aber euch aber nicht in die Tiefen der teuren Anime-Kultur begeben wollt, verschenkt doch ein Glücksbärschi <3. Sind unter den Besseren Funkos. Vergesst nicht die Möglichkeit von T-Shirts - Da kommt es wieder sehr auf die individuelle Person an, ich empfehle online nach T-Shirt-Seiten wie Qwertee zu suchen, da gibt es immer gute Angebote. Für die gewisse Note Anspruch tuts eine Spieluhr, auch geeignet für ältere Semester oder Verwandte. FALLS die Person Overwatch mag... schlagt ihr damit ein wie ein Komet. Lego allgemein kann eine endlose Quelle für Ideen sein.

Für Fans von Franchises wie Pokemon, My little Pony oder Digimon könnte ein hochwertig produziertes, einschlägiges Plüschtier eine Heidenfreude sein - Da ist das Angebot wieder breit und vieles ist Schund, aber es gibt Günstige Sachen zu guter Qualität.



Bücher & Lesen
Ist eventuell eine Connection zu Anime oder zumindest spannenden Psychothrillern da? Der wenig bekannte Perfect Blue-Roman soll enorm lesenswert sein. Keine Vorkenntnisse nötig. Falls Nier:Automata eine Leidenschaft ist, ist das wunderbare und enorm wertige Guidebook bei uns über Altraverse erschienen. Gibt es gebraucht günstiger. Heute bin ich ist ein Kinderbuch, über das ich mal zufällig gestolpert bin, das man aber auch bedenkenlos Erwachsenen schenken kann - Es ist wirklich sehr düster und künstlerisch wunderschön. Es verpackt Emotionen als verschiedene Fische. Nettes Extra! Wenn es wirklich abseits des Gewöhnlichen sein soll, probiert irische oder schottische Märchen. Was kann da schief gehen? Für die etwas Jüngeren undoder Pokemonverliebten ist dieses Kochbuch süß, besitze ich auch. Ist eben recht anspruchslos. Sehr ans Herz gelegt wurde mir selbst dieser kleine Weihnachtsroman, der aus deutschen Landen stammt und zum Brüllen komisch sein soll. Geeignet vor allem für 20+. Apropos komisch - Oliver Kalkofes beide Bücher waren damals mein Einstieg in seine Mattscheiben-Serie und falls ihr nicht gerade diese verschenken wollt, greift doch zur Schmökervariante - Ich habe in jedem Kapitel vor Lachen geheult und Bauchkrämpfe bekommen, es ist eine Freude. Alles über die Verblödung des deutschen Fernsehens und unserer Gesellschaft, kurz und kackig. 

Ansonsten noch ein paar allgemeine Buchempfehlungen von mir, die für mich über alle Zweifel erhaben sind: 
Onkel Hottes Märchenstunde stammt von Oliver Kalkofe uns ist für Freunde des derberen Humors
In meinem Himmel Herzzerreißendes Drama eines Mädchens, das getötet wird und danach mit ansieht, wie ihre Familie damit umgeht
The Terror Ein perfekter Historic-Thriller über zwei in der Arktis gestrandete Schiffe
Switch basiert auf der gleichnamigen erfolgreichen RPG Maker-Visual Novel-Reihe, braucht aber keine Vorkenntnisse und ist in sich abgeschlossen. Tolle Fantasy, vor allem für Anime-Kundige mit vielen Referenzen ausgestattet. + Die anderen Bücher des Autors
Diese wundervolle Kollektion Don Rosas, wenn eine Leidenschaft für diese Welt existierte/noch existiert
Die kleine Meerjungfrau Ein ganz, ganz tolles Bilderbuch. Für wirklich jedes Alter. 
Inio Asano Falls die Person für Mangaformat und sehr nachdenkliche, bedrückende Stoffe offen ist.

 
Technik
Eine externe Festplatte kann für viele ohne deren Wissen ein Segen sein und ein USB-Stick geht auch immer. Ansonsten bringt Google Home in das Leben eurer Eltern oder Bekannten, denn es hat das Potential, dieses zu verändern. W-Lan-Steckdosen nicht vergessen. Für Leseratten eine Leselampe? Ja, das wars. Ich weiß, es ist erbärmlich. 


Witziges, Verarscht, kleine Extras
Wenn ihr eine Person abgrundtief hasst, verachtet und ihr das auch effektiv aufzeigen wollt, schenkt ihr doch ein Buch von Spaßgranate Fips Arschmuskeln oder eine Packung Yogurette. Nein? Dann eben einen Netto-Gutschein. Garantierter Beziehungs-Beender. Die hier  funktionieren zu jedem Anlass gut, nur das Beste für eure Liebsten. Eine Pommesgabel kann das Essverhalten eines Menschen komplett über den Haufen werfen. Im positiven Sinne. Kinotickets sind unpersönlicher, stellen aber gerade in der Mittelschicht und für ältere Semester ein besonderes Erlebnis dar. Eventuell ein nettes Schild für Tür oder Wand? Oder die Macht, jeden Menschen auf der Welt mit einer Notiz zu töten?
Es weihnachtet gar sehr! 

Selbstgemacht / Kreativ
Ich erwähnte auch was von Eigeninitiative. Das war nicht gelogen. Ich empfehle guten Gewissens und vollmündig die Seite Fotoparadies der Ladenkette DM. Es gibt eine Menge Foto-, und Poster-Services da draußen, ich habe viele davon probiert, keiner kam Ansatzweise an DM heran. Beste Qualität wird hier sogar noch aus sehr niedrigen Auflösungen herausgeholt, zu guten Preisen. Und passt doch mal was nicht gibts das Geld sofort zurück. So habe ich mir schon diverse Fotoprodukte angefertigt oder verschenkt. Die Kirsche auf der Torte ist das CEWE-Fotobuch, mit dem ihr jemandem einen Pool an Erinnerungen schenken könnt. Abgesehen davon empfehle ich auch ein Mixtape - Also eine CD - wenn ihr die Möglichkeit habt bedruckt - mit ganz spezifisch auf den Musikgeschmack der Person zugeschnittenen Bands und Songs, schön verpackt. Oder ihr packt coole Videos oder Bilder oder Spiele drauf. Und wenn ihr schreiben könnt... wie wäre es mit einer kleinen Weihnachtsgeschichte? Glaubt mir, da reicht schon sehr, sehr wenig, um ein Lächeln zu produzieren.



Sollten mir noch weitere Dinge einfallen, wird dieser Artikel selbstverständlich geupdated. Ihr seht, es gibt auch in größter Not eine Menge Optionen. Und falls all das nichts hilft: Googelt mal nach Reddit und Christmas oder Gifts. Ihr werdet staunen, wie schnell ihr auf Goldminen voller unbezahlbarer Tipps stoßt. Bis dahin aber danke für eure Aufmerksamkeit und einen frohen Kommerz! 

- Yoraiko






Freitag, 6. Dezember 2019

Pokemon Fangame - 'Pokemon Reborn' Review 2 - Unfair and frustrating (English)





A few weeks ago, I wrote an outright overeuphoric review
about the Pokemon Fang Reborn, which was actually my entry into the Pokehack community and promptly declared it to be one of the best after a short while. It felt like it had what the main series never could or wanted to give me - a serious, comprehensible world and story, and a heavy difficulty level that never becomes frustrating or unfair, but requires strategy and investment. I was thrilled.
 

I have to take that back for now, and I haven’t even reached the third gym leader. According to my current mood, Reborn is very, very poorly balanced and unfortunately not only difficult, but at important points of the action just plain unfair and sheer ridiculous-bullying towards the player. It may be a typical moment for Reborn veterans when an overambitioned newbie has really gotten into the game and really has to get used to it - an initial outcry, if you will - that later dies of and becomes a hymn of praise. Perhaps. But from what I hear from other players, unlikely.

While the positive points dominated clearly over the negative ones in the first report, it is now the other way around. I was close to quitting the game a few times because I can spend my time on enough other things, but I did not, just because the concept fascinates me so much. But one thing is for sure, I've put games for much less in the trash.




Where do I begin? I introduced Reborn in detail at the last time, so I want to get to essence relatively quickly. After the first gym leader there is a new district and a few minor story scenes to discover, then you are relatively quickly forced to the second gym by the storyline. The leader Florinia, with whom you have already fought against Team Meteor and which was much more pleasant as a comrade than as an opponent, was my first big problem with Reborn. But eventually I solved it, as I will probably solve many problems in the future - Grinding. If you have ocercome this torture, you get almost without detours directly to the next boss and after him into a new, destroyed by apocalyptic plants city section. Bare minutes after entering this area, it holds its next, extremely tough opponent ready for you - Needless to say, that he with wiped the floor with me several times. I have not yet defeated him because it was just enough for me after my fifth attempt last night. 


Before I go into a longer, honestly frustrated explanation about my problems with Reborn's battles, here’s the short and fresh list known from the first review containing pro and contra in Pokemon Reborn.

PRO:
+ With the alt key you can switch to a speed mode that speeds things up a bit. Especially useful for grinding
+ Theoretically, you do not have to catch a single Pokemon, because you get many from NPCs
+ The lively and memorable characters are great and likeable written
+ The academy is very unusual and interesting as a setting for the second gym, I liked the diaries of the gym leader girls quite much, especially that of Amelie, which subtly opens the topic of depression and suicidal thoughts

+ shortcuts

Not too much, but for the people who look for excess, you will find it written in red, and thereby the undeniable truth:

CONTRA:
- The Sweet Kiss puzzle was unnecessarily hard and frustrating, especially if, like me, you have no idea what the final product should look like - despite the Pokemon sign on the shop door. After 20 minutes I gave up and asked Youtube. The prize was a dumb Pokemon. 

Thank you, Reborn.
- The levelcap in its present form is pure bullying
- The second gym overdoes it a bit with the number of (forced) trainers AND a mini-boss. Normally that would be a positive point, but considering that there is a level cap on which each one of them continues to push me, that was counterproductive.
- I'm not a fan of riddles for progress. Googled all of them.
- The second gym leader is incredibly hard and overpowered, considering everything that came before and around her
- You still need TMs for VM skills
- There are no special effects for actions like the disappearance of cut- trees, they just pop away, a weak notch for a game that's so polished. Puts you out of immersion all the time.
- The atmosphere in poke centers like the one in the ruined forest city could be better, for example through adapted dialogues from nurse Joy.

- The Meteor-Admin Taka-battle is again to a silly extend in his favour, and there is again almost no way to defeat him by solely by strategy
- I have to listen to his hollow babble every time he has defeated me and I had to run all the way back to him
- The map is terrible confusing, way too small and absolutely no help. I had no idea where to go a few times




The contrast to review one... should be clear. And the heart of my frustration as well: The game is just too hard. No, it's not difficult - it's unfair. Yes, I said it.
The balancing is awful.


No, I do not want to take away from your poor son the pokemon he found and loves - What the hell ?!

The Levelcap
There is a Levelcap connected to the badges. So you can control your Pokemon only until level 25 before the second gym, before the third only to 35, etc. While this hardly matters in the main games because the opponents are so easy,here it is a painful crux - because grinding is all too often simply the ONLY possibility to bring an insurmountable opponent at least to an approximate beatable level. If you reach the level cap, you can spare yourself the fight, because every wasted move by a disobedient pokemon is a death sentence. So what are you forced to do? Using so-called 'common candies', which lower the level of your own Pokemon, effectively forcing you to abandon the grinding time and EXP that you have raised.

The Bosses - Gym Leader Two & Team Meteor



The problem with Florinias fight : You have to go through about two dozen trainers to get to her. Also through a mini boss, her twin brother. With all these fights one can only hope that level 25 of your team does not get exceeded - otherwise you have to lower their level and thus sacrifice your work. But then you get to Florinia who is very happy about my water pokemon as a plant trainer - Wait a minute, I see a pattern. First electro, now plant. What's the next gym leader, Flying? The game obviously wants to tell me: if you choose the water starter at the beginning, you might just as well reset immediately. But thats not the worst part. Florinias Sandfield strengthens each of her attacks which are already effectively against me and weakens the few with whom I could damage her. She has super potions that I as a player have no access to!! Not only can her Cradily heal itself by synthesis an almost indefinitely, but it can also strengthens its defense and special defense with horter three times. Nothing that I have is even remotely effective. Her Pokemon are not hurt by sandstorms, mine are. And so I get destroyed. What do I have ? Small potions and a team that can not continue to level. No way in this everywhere dead-ended plotline-world to find other means to win. Only solution? Add more Pokemon and GRIND. As nice players of the Reborn community have told me in the meantime, you can do that in the starting Pokecenter - but only up to the level cap of course.

But I do not want that. I have always put together a specific, selected permanent team because I WANTED it and then went on through the whole journey with exactly this team. Yes, normally I would never have Goldeen or Butterfree in my team, but I still had the free choice to catch them here. My friend, who brought me to Reborn, said you have switch between more pokemon in Reborn to get through. No, I do not want that. I do not want to use Pokemon like tools against single, unfair trainers to get ahead before I throw them away. But I MUST. There is no other way. So I caught Pam-Pam and a (shiny) woobat and grinded them in the Pokecenter to level 25. It was not enough, I got more defeats, had to use Common Candies and threw away level. I spent all my money on potions and ended up with a Synthesis Attack Synthesis attack-duel with the cradily until I was lucky and my Pam-Pam did a direct hit. Victory. Happiness? None. I'm just glad it's over. And I feel dirty because my Pokemon are no longer my team. They are tools. Too melodramatic? Maybe, but for me thats a part of the Pokemon fascination.

And this is supposed to be a fair fight? The game forced me to grind, but limited this effectively, favors an already superior gym leader with the field effects and super potions that the player does not have and still forces me to abandon hard-earned level to compete at all.

The soon following fight against Meteor-Admin Taka and the previous fight against Meteor-Admin ZEL works similarly - the first try his Chatot threw each of my six Pokemon with a single 'chatter’ on the floor. But when I eventually beat it, there was a second, mutated Tangrowth that, like the first one of ZEL, annoyes through its excessively high defense and HP-bar that gets damaged by almost nothing, not even by super effective attacks. Super Potions, Giga drains that one-hits mine and cures his pokemon, its strength-enhancing growth attack, and - of course - a field effect that strengthens its attacks and weakens mine.

No Reborn, you're not unfair. It's just about the strategy. Alright. And no, I still do not have any super potions and yes, the level cap still exists.

Sorry dear Reborn community, but this is not a challenging competitive game for true men. This is unfair, pesky and, frankly, poor balancing. It's like a soldier in Titan armor and Mammoth tanks with a helicopter feature and additional Atomic explosives + repair will give me a half-loaded revolver and challenge me. In a tank garage, surrounded by other tanks. And every shot at me cures him. But hey - I can get more revolvers! A little strategy, then I'll pack that!

I dont know. Currently I have no fun. I do not have the faintest idea how to beat Taka. Oh, that's not true - Theres GRINDING. And then I drop the level before the third gym leader again, you know, the one with the fyling type pokemon, the cloud field and 99x top recovery, and spend my always short money for drugs.

A game for the whole family. Since the review should end on a positive note - Funny screenshots.



Could I marry her in the game, I would do it. But she probably does not like a loft-soft mimosa like me.

Here is my current team:


We'll read us in a few weeks, when the fun trip through Reborn has continued and I’m wishing to be able to develop myself back into an embryo with common candies.


- Yoraiko

Pokemon-Fangame - 'Pokemon Reborn' Spielbericht 2 - Unfair und frustrierend


Vor einigen Wochen schrieb ich einen geradezu übereuphorischen Beitrag über das Pokemon-Fangame Reborn, das mein eigentlicher Einstieg in die Pokehack-Community darstellte und von mir auch prompt nach kurzer Zeit als sicherlich eines der Besten deklariert wurde. Es bot meinem Gefühl nach das, was die Hauptserie nie konnte oder wollte - Eine ernsthafte, nachvollziehbare Welt und Geschichte und einen sackschweren Schwierigkeitsgrad, der aber zu keinem Zeitpunkt frustrierend oder unfair wird, sondern nach Strategie und Investitionen verlangt. 
Ich war hellauf begeistert.

Diesen Eindruck muss ich jetzt, noch nicht mal beim dritten Arenaleiter angekommen, vorerst zurücknehmen. Nach meiner momentanen Stimmung ist Reborn sehr, sehr schlecht gebalanced und leider nicht nur schwer, sondern an wichtigen Punkten der Handlung einfach geradeheraus unfair und schier lächerlich-gängelnd dem Spieler gegenüber. Es mag für Veteranen der Reborn-Region dieser typische Moment sein, wenn ein übereifriger Neuling wirklich im Spiel angekommen ist und sich erst wirklich daran gewöhnen muss - Ein Anfangsgeheul, wenn man so will - das sich später legt und zu Lobeshymnen wird. Vielleicht. Aber nach dem, was ich so von anderen Spielern höre, nicht wahrscheinlich. Während im ersten Bericht die positiven Punkte gegenüber lapidaren Wermutstropfen ganz klar dominierten ist es jetzt genau andersherum. Ich war einige Male davor, das Spiel abzubrechen, weil ich meine Zeit auch auf genügend andere Dinge verwerten kann, aber ich habe es noch nicht, eben weil das Konzept mich so fasziniert. Aber eines steht fest, ich habe Spiele schon für weit weniger in den Papierkorb verschoben. 



Wo fange ich an? Ich habe Reborn in aller Ausführlichkeit bereits beim letzten Mal vorgestellt, darum möchte ich relativ schnell zum Wesentlichen kommen. Nach der ersten Arenaleiterin gibt es einen neuen Stadtteil und ein paar kleinere Storyszenen zu entdecken, dann wird man relativ schnell vom Storyschlauch zur zweiten Arena gelotst. Die Leiterin Florinia, mit der man bereits unter anderem Team Meteors Fabrik ausgehoben hat und die als Kameradin deutlich angenehmer war als als Gegnerin, war mein erstes großes Problem mit Reborn. Aber schließlich löste ich es, wie ich wohl in Zukunft noch viele Probleme lösen werde - Grinding. Hat man diese Tortur hinter sich gebracht, darf man fast ohne Umwege direkt zum nächsten Boss und anschließend in einen neuen, von apokalyptischen Pflanzen zerstörten Stadtabschnitt, der nur Minuten nach Eintritt den nächsten extrem harten Gegner bereit hält - Unnötig zu erwähnen, dass er mit mir den Boden gewischt hat, mehrmals. Ich habe ihn noch nicht besiegt, weil es mir gerade eben nach meinem fünften Versuch wieder reichte. 

Bevor ich in eine längere, von ehrlichem Frust betröppelte Ausführung über meine Probleme mit den Kämpfen von Reborn gehe, die aus dem ersten Bericht bekannte, knackige Stichpunktliste von Plus und Minus in Pokemon Reborn. 


PRO:
+ Mit der Alt-Taste kann man in einen Speed-Modus schalten, der alles ein wenig beschleunigt. Besonders nützlich fürs Grinden
+ Man muss theoretisch kein einziges Pokemon fangen, weil man viele von NPCs geschenkt bekommt
+ Die quirligen und einprägsamen Charaktere sind toll und sympathisch geschrieben
+ Die Akademie ist als Setting der zweiten Arena sehr ungewohnt und interessant, ich mochte die Tagebücher der Arenaleiter-Mädchen sehr, besonders das von Amelie, das hier überaus subtil das Thema von Depression und Suizidgedanken öffnet
+ Abkürzungen freischalten

Nicht übermäßig viel, aber wer es auf Reichlich abgesehen hat, wird diesmal wie angekündigt in der roten Sektion fündig:

CONTRA:
- Das Sweet Kiss-Puzzlerätsel war unnötig schwer und frustrierend, vor allem wenn man wie ich keine Ahnung hat, wie das Endprodukt aussehen soll - Trotz des Pokemonschildes am Laden. Nach 20 Minuten habe ich aufgegeben und Youtube gefragt. Der Preis war ein blödes Pokemon. Danke, Reborn.
- Das Levelcap in seiner jetzigen Form ist pure Gängelung
- Die zweite Arena übertreibt es ein wenig mit der Anzahl an (Zwangs-)Trainern UND einem Zwischenboss. Normalerweise wäre das ein positiver Punkt, bedenkt man aber, dass es ein Levelcap gibt, auf das mich jeder von denen weiter hintreibt, war das kontraproduktiv.
- Ich bin kein Fan von Rätseln für Fortschritt. Habe alle in der Arena gegoogelt. 
- Die zweite Arenaleitern ist unfassbar schwer und übermächtig bevorteilt, bedenkt man alles was vorher kam und drumherum stattfindet 
- Man braucht für VM-Fähigkeiten nach wie vor TMs 
- Effekte für Aktionen wie das Verschwinden von Zerschneider-Bäumen gibt es nicht, sie ploppen einfach weg. Für ein sonst so aufpoliertes Spiel eine schwache Kerbe, die einen ständig aus der Immersion reißt
- Die Atmosphäre in Pokecentern wie dem in der zerstörten Waldstadt könnte besser sein, etwa durch angepasste Texte der Schwester Joy. 
- Der Meteor-Admin Taka ist abermals albern bevorteilt und wieder quasi nicht durch Strategie zu besiegen
- Ich muss mir sein hohles Gebrabbel jedes Mal wieder anhören, wenn er mich besiegt hat und ich den ganzen Weg zu ihm rennen musste
- Die Karte ist vollkommen unübersichtlich, viel zu klein und absolut keine Hilfe. Ich hatte mehrmals keine Ahnung, wo ich jetzt eigentlich hin muss


Der Kontrast zu Bericht 1... dürfte klar sein. Und der Kern meiner Frustration ebenso: Das Spiel ist einfach zu schwer. Nein, es ist nicht schwer - Es ist unfair. Ja, ich habe es gesagt. Das Balancing ist furchtbar. 

Nein, ich möchte deinem armen Sohn nicht das Pokemon wegnehmen, das ER gefunden hat und liebt - Was zum Geier?!

Das Levelcap
Es gibt ein Levelcap nach Orden. So kann man vor der zweiten Arena seine Pokemon nur bis Level 25 kontrollieren, vor der dritten nur bis 35 usw. Während das in den Hauptspielen kaum ins Gewicht fällt weil die Gegner so einfach sind, ist es hier eine schmerzhafte Krux - Denn oft ist Grinding schlichtweg die EINZIGE Möglichkeit, einen unüberwindbaren Gegner zumindest auf annähernde Augenhöhe zu holen. Erreicht man das Levelcap, braucht man gar nicht zu kämpfen, denn jeder verschwendete Zug durch ein ungehorsames Pokemon ist ein Todesurteil. Wozu wird man also gezwungen? Sogenannte 'Common Candies' verwenden, die die Level der eigenen Pokemon wieder senken und so effektiv Grindingzeit und EXP verschmeiße, die man aufgebracht hat.  

Die Bosse - Arenaleiterin Zwei & Team Meteor


Florinias Kampf gestaltet sich wie folgt: Man muss durch etwa zwei Dutzend Trainer durch um zu ihr zu gelangen. Außerdem durch einen Zwischenboss, ihrem Zwillingsbruder. Bei all diesen Kämpfen kann man nur hoffen, dass man Level 25 nicht überschreitet - Sonst muss man das Level senken und somit opfern. Dann aber gelangt man zu Florinia, die als Pflanzentrainerin sehr glücklich über meine Wasserpokemon ist - Moment mal, ich sehe ein Muster. Erst Elektro, jetzt Pflanze. Was hat der nächste Arenaleiter, Flug? Das Spiel möchte mir offenbar sagen: Wenn man zu Beginn einen Wasserstarter wählt, kann man direkt neuladen. Aber damit hört es nicht auf. Florinias Sandfeld verstärkt jede ihrer Attacken die ohnehin schon effektiv gegen mich sind und schwächt die Wenigen, mit denen ich ihr schaden könnte. Sie hat Supertränke, auf die ich als Spieler keinen Zugriff habe!! Ihr Cradily kann sich nicht nur durch Synthese schier unbegrenzt hochheilen, es kann mit Horter auch noch Verteidigung und Spezial Verteidigung dreimal hochpumpen. Nichts das ich habe ist auch nur ansatzweise effektiv. Ihre Pokemon werden durch Sandstürme nicht verletzt, meine schon. Und so werde ich vernichtet. Was habe ich hingegen? Kleine Tränke und ein Team, das nicht weiter leveln kann. Keine Möglichkeit in der überall verschlossenen Schlauch-Welt, neue Mittel zum Sieg zu finden. Einzige Lösung? Weitere Pokemon hinzu holen und GRINDEN. Wie mir freundliche Spieler der Reborn-Community mittlerweile erzählt haben, kann man das im Starter-Pokecenter - Aber eben nur bis zum Levelcap. 

Aber ich will das nicht. Schon immer habe ich mir ein dauerhaftes Team zusammengestellt, weil ich es WOLLTE und dann mit diesem Team auch die Reise beschritten. Ja, normalerweise hätte ich nie mit Goldini oder Smettbo gespielt, aber ich hatte hier immer noch die freie Wahl, sie aufzunehmen. Mein Freund, der mich zu Reborn brachte, meinte man müsse in Reborn öfter Pokemon austauschen um durchzukommen. Nein, ich will das nicht. Ich will Pokemon nicht wie Werkzeuge gegen einzelne, schwere Trainer nutzen um voranzukommen, ehe ich sie wegwerfe. Aber ich MUSS. Es gibt keinen anderen Weg. Also fing ich ein Pam-Pam und ein (shiny) Fleknoil und grindete sie im Pokecenter auf Level 25. Es reichte nicht, ich steckte weitere Niederlagen ein, musste Common Candies nutzen und Level verschmeißen. Ich gab mein ganzes Geld für Tränke aus und lieferte mir am Ende mit Florinias Cradily so lange ein 'Synthese-Angriff-Synthese-Angriff'-Duell, bis ich Glück hatte und mein Pam-Pam einen Volltreffer landete. Gewonnen. Glücksgefühle? Fehlanzeige. Ich bin einfach nur froh, dass es vorbei ist. Und ich fühle mich schmutzig, weil meine Pokemon nicht länger mein Team sind. Sie sind Werkzeuge. Zu melodramatisch? Vielleicht, aber für mich ein Teil der Pokemon-Faszination. 

Und das soll ein fairer Kampf sein? Das Spiel zwang mich zum Grinden, limitiert dieses aber effektiv, bevorteilt einen ohnehin überlegenen Trainer mit den Feldeffekten und Tränken die der Spieler nicht hat und zwingt mich dann noch mühsam erkämpfte Level zu verschmeißen um überhaupt antreten zu können.

Der bald folgende Kampf gegen Meteor-Admin Taka und der vorhergehende Kampf gegen Meteor-Admin ZEL funktioniert ähnlich - Beim ersten Mal hat sein Plaudagei jedes meiner sechs Pokemon mit einem einzigen 'Geschwätz' auf die Matte geschickt. Als das aber doch überwunden war gab es ein zweites, mutiertes Tangoloss, das bereits wie das Erste von ZEL durch seine maßlos hohe Verteidigung und HP-Anzahl durch Nichts nennenswerten Schaden einsteckte, nicht einmal durch sehr effektive Attacken. Supertränke, Gigasauger die meine Pokemon one-hiten und Tangoloss wieder auffüllen, sein wertesteigernder Wachstums-Angriff und - selbstverständlich - Ein Feldeffekt, der seine Attacken stärkt und meine schwächt tun ihren Rest. 
Nein Reborn, du bist nicht unfair. Es geht hier nur um die Strategie. Is' klar. Und nein, ich hab immer noch keine Supertränke und ja, das Levelcap existiert noch. 

Sorry liebe Reborn-Community, aber das ist kein herausforderndes Competitive-Spiel für waschechte Männer. Das ist unfaires, piesackendes und offen gesagt mangelhaftes Balancing. Das ist so, als würde mir ein Soldat in Titanrüstung und Mammut-Panzer mit Helikopter-Feature und zusätzlichen Atomar-Sprengsätzen + Reparaturfunktion einen halbgeladenen Revolver geben und mich herausfordern. In einer Panzergarage, umgeben von weiteren Panzern. Und jeder Schuss auf mich repariert ihn. Aber hey - Ich darf mir noch weitere Revolver holen! Ein bisschen Strategie, dann pack ich das! 

Keine Ahnung, mir macht es aktuell keinen Spaß. Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wie ich ihn besiegen soll. Oh, stimmt nicht - Ich GRINDE. Und senke dann vor der dritten Arenaleiterin mit Flug-Team, Wolkenfeld und 99x Top-Genesung einfach wieder alle Level runter, in dem ich mein dauerhaft-knappes Geld für Drogen ausgebe.

Ein Spiel für die ganze Familie. Da der Beitrag aber auf einer positiven Note enden soll - Lustige Screenshots. 


Könnte ich sie im Spiel heiraten, ich würds tun. Aber vermutlich hält sie nichts von wimmerweichen Mimosen wie mir. 

Hier ist mein aktuelles Team:


Wir lesen uns dann in ein paar Wochen wieder, wenn die Spaßreise durch Reborn weitergegangen ist und ich mir wünschte, mich selbst mit common Candies in einen Embryo zurückentwickeln zu können. 

- Yoraiko

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Es ist Weihnachtszeit!








Ginge es nach dem Angebot namhafter Einzelhandelsketten, wäre es schon Mitte September soweit gewesen, seit dem ersten Dezember aber ist es offiziell: 
Es ist wieder Weihnachtszeit! Die schönste Zeit des Jahres? Für mich schon. 

Einen ganzen Monat lang Feiertag, das kann nur Weihnachten sein. Einen Monat lang dürfen wir alle ein Stück zusammenrücken und eine ganz besondere Zeit genießen, die eine einzigartige Atmosphäre mit sich bringt. Sicher, für viele ist ein Großteil dieser Zeit vor allem mit enormen Stress durch Organisation, Geschenke, Einkaufspflichten, Festtagsplanung und dergleichen verbunden, aber ebenso dazu gehört die omnipräsente Weihnachtsmusik, die beinahe schon aufdringlichen Lichterketten überall, der Duft von Lebkuchen und heruntergesetzten Spekulatius, Weihnachtsmärkte und das Gefühl, der Gesellschaft einfach ein Stück näher zu sein. 

Dabei ist Weihnachten mehr als ähnliche Feste wie Ostern, Geburtstage oder Halloween Geschmackssache. Viele mögen die Weihnachtszeit nicht, ihnen ist der Trubel oder der große Wirbel um Geschenke zu groß, sie können sich nicht für die Atmosphäre oder den Zauber daran begeistern. Ich verstehe das, gleichwohl ist meine Position schon immer die eines Weihnachtskindes - Zu dieser Zeit werde ich wieder ein Bube. Ich liebe Weihnachten, ich liebe die ganze Atmosphäre den gesamten Dezember lang, ich mag es mit Freunden und Familie kleine Weihnachtsfeiern zu veranstalten, ich hege eine Leidenschaft dafür, Personen die mir wichtig sind möglichst ausgefeilte Geschenkepakete zu schnüren und bekomme auch gerne welche, die zeigen, dass jemand sich Gedanken über mich gemacht hat. Ich liebe Weihnachtsmusik und ich mag es, dass alle ein Stück zusammenrücken, wenn Dezember ist. Viele Weihnachtszyniker argumentieren, dass sie keinen Anlass brauchen um großzügig oder sentimental zu sein und dass Weihnachten da nur vorgeschoben wäre. Okay, vielleicht stimmt das. Aber besser die Menschen sind wegen einem vorgeschobenen Anlass empathischer als überhaupt nicht. 

Die christliche Bedeutung vergisst man unter all dem Glanz und Glamour schnell und sie ist heutzutage auch sehr verwaschen, aber selbst als Agnostiker empfinde ich diese Wurzel des Weihnachtsfestes ganz unabhängig von meinem Glauben immer noch als sehr schöne und besinnliche
Konnotation, die auch für Anlässe wie Krippenspiele, festliche Lieder und Denkanstöße herhält. Man muss ja nicht in die Kirche gehen oder Bruder Jesus danken, dass er sich für uns hat nageln lassen, um den christlichen Ursprung wertzuschätzen und zu respektieren, trotz dem allgegenwärtigen Kommerztrubel.

Der Weihnachtskommerz, tja... natürlich, wir alle sind Teil davon. Außer vielleicht die Personen, die sich vorgenommen haben, sich nichts mehr zu Weihnachten zu schenken, was ja nicht wenige sind. Aber für mich gehört das einfach dazu. Weihnachten bedeutet auch schenken dürfen, bedeutet sich viele Gedanken über die andere Person zu machen und diese Gedanken und Gefühle in Geschenkpapier zu verpacken - Man muss ja nicht nur kaufen, man kann auch kreativ werden, personalisierte Dinge besorgen oder etwas mit einem Funken Humor.  
Sollte man sich nicht das ganze Jahr über Gedanken machen? Ja, aber Weihnachten verstärkt unser Bedürfnis das zu tun noch, und das ist eine gute Sache. Und wie gesagt bekomme ich auch gerne Geschenke. Es geht nicht mal so sehr darum, dass ich unbedingt materialistischen Kram haben will, es hat eher etwas mit diesem Reiz der Bescherung zu tun - Einen Stapel verpackter Geschenke unter dem Weihnachtsbaum zu sehen, bei abendlichem Weihnachtslicht, und diese schließlich in kleiner, intimer Runde nach und nach auspacken, sich freuen, hoffen, dass die Anderen sich freuen. Auch wenn es für uns, die erwachsen geworden sind, niemals wieder so werden wird wie zu Kinderzeiten, so verbinde ich diesen Höhepunkt Weihnachtens doch noch immer nostalgisch mit solchen Erinnerungen. Persönlich habe ich dieses Jahr wie ich es mir schon lange vorgenommen habe bereits im September mit den Besorgungen für meine Zu Beschenkenden begonnen, das ist ein sehr guter Tipp wenn man sich eine große Portion des Stresses im Dezember ersparen möchte. Mir macht es zwar jedes Jahr wieder Freude, aber abgesehen davon versuche ich auch nicht zu sehr am Kommerz teilzunehmen. Es stimmt schon, dass das ein riesiges Geschäft ist, aber das kann man finde ich als Teil einer wunderbaren Festlichkeit akzeptieren.

Was man selbstverständlich in einer mehr oder weniger wohlhabenden, genießerischen Position gegenüber Weihnachten nicht vergessen darf ist die Tatsache, dass es nicht für alle ein Fest der Freude ist - Denn Weihnachten verbinden eben viele mit seinem Kommerz und den entstehenden Kosten. Solche kleinen Berichte schneiden das Thema interessant an und zeigen, dass während unsere größten Sorgen manchmal sind, ob wir denn auch ja tolle Geschenke bekommen, was wir zur Bescherung Fantastisches essen und ob wir danach noch genug für den nächsten Urlaub übrig haben, die Ängste wirklich armer Familien viel grundsätzlicher sind. Da wird jede kleine Freude zum kostspieligen Luxus und ich glaube nicht, dass Kinder viel von dieser 'Wir schenken uns nichts'-Sache halten. Natürlich muss man sich nicht schlecht fühlen, weil es einem besser geht, ebenso wenig, weil man im Gegensatz zu Menschen in Krisenländern immer genug zu essen hat, aber man sollte diese Tatsachen stets im Kopf behalten und ein Stück weit wertschätzen.

Die selektive Großzügigkeit kenne ich, unterstütze ich persönlich aber nicht - Wenn mich am Bahnhof ein Bettler anspricht und nach Münzen fragt, bekommt er die auch im Dezember nicht sollte ich das Gefühl haben, dass er sie gleich wieder für Bier ausgibt oder Teil einer organisierten Sammlergruppe ist. Wie den Rest des Jahres. Ich spende auch im Dezember nicht für Organisationen bei denen ich gar nicht weiß wohin das Geld geht und erkaufe mir sicherlich keinen Seelenfrieden bei Obdachlosen. Ich gebe ihnen etwas, wenn ich den Eindruck habe, dass ich ihnen damit helfe. Unseren Menschenverstand besitzen wir ja - Zumindest die Meisten von uns - Das ganze Jahr über. 

Weihnachtsmusik. Ich liebe Weihnachtsmusik! Sie ist ein untrüglicher Bote der nahenden Weihnachtszeit und der vorübergehenden Advente, die uns durch die Kalendertage des zwölften Monates begleitet wie der Soundtrack eines Videospiels. Natürlich ist nicht alles Weihnachtlich-Musikalische Gold - Ein dreifaches Pfui auf die besinnungslos-geschändete Radioprostituierte Last Christmas, die sicherlich alleine für die eine oder andere Million Weihnachts-Atheisten verantwortlich ist. 
DANN GIB DEIN HERZ DOCH ENDLICH BUCHSTÄBLICH WEG, WHAM! 

Ich habe mir vor fünf oder sechs Jahren eine Weihnachts-Playlist auf good, ol' Youtube erstellt, die ich jedes Jahr zum Dezember wieder mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen heraushole und erneut nutze. Ab und zu wird sie erweitert, aber alles in allem funktioniert sie genau wie ein paar Winterstiefel - Einmal kaufen, bis zum Renteneintritt was davon haben! Und da wir uns in der Zeit des selektiven Teilens befinden, bitteschön. 

Da habe ich doch glatt als erstes Stück auf meiner Liste jenes Lied, das seit meiner Kindheit meine Ohren und Augen zum Leuchten bringt - Wonderful Dream. Uneingeschränkt mein musikalischer Liebling zur Weihnachtszeit, höre ich dieses Lied das erste Mal im Jahr weiß ich, es ist wieder so weit! Quasi das Last Christmas der coolen Kids. Dabei war es ursprünglich natürlich gar kein Weihnachtslied - Nur hat Coca Cola 2001 mit seiner Serie der wahrscheinlichsten erfolgreichsten Weihnachtsclips aller Zeiten Melanie Thornton für alle Zeiten mit dem Dezember verankert. 
Rest in Peace, Melanie.

Coca Cola hat das Weihnachtsfest ganz allgemein einschneidender beeinflusst als irgend ein anderer Konzern der Welt - Denn so surrealistisch es auch klingen mag, haben sie den rotweißen Weihnachtsmann erfunden. Dieses unlöschbare Bild des dicken, roten Mannes, der durch den Kamin schlüpft, kommt von diesem Softdrink-Konzern. DABEI MAG ICH COLA NICHT MAL! Aber dennoch - Meinen tiefsten Respekt für diesen legendären PR-Erfolg. Danke, Coca Cola.

Auch das Fernsehen trägt seinen Teil bei und obwohl ich seit Jahren schon keines mehr empfange(n möchte), lohnt es sich gerade um die Feiertage herum durchaus, als Weihnachtsfan bei Bekannten reinzuschalten - Dicke Weihnachtsfilme vergangener Zeiten werden aufgefahren, die es heute nicht mehr so gibt, zumindest nicht mehr in der Qualität. Das hat zwar auch wie alles an Weihnachten seine Schattenseiten - Jedes Jahr wieder malträtiert meine Mutter mich mit dem leidlich unerträglichen 'Drei Haselnüsse für Aschenbrödel', dessen furchtbares Maintheme sich mir und Millionen anderen unwilligen Opfern für alle Zeiten ins Trommelfell gebrannt hat - aber vor allem auf Sendern wie Super RTL findet ein gealterter Nostalgiker wie ich dieser Tage jedes Jahr aufs Neue vergessene Schätze - Die Cartoon-Landschaft hat sich ja vor 10+ Jahren noch enorm bemüht, etwas zum Fest der Familie beizutragen, anders als heute. Ich rede vor allem von Die Weihnachtsgeschichte, die jedes Jahr wieder läuft und die mich als Kind zum Weinen brachte. Sie ist gut gealtert und immer wieder einen Blick wert. Ansonsten läuft auch immer wieder Weihnachtsmann & Co.KG, dessen bester Aspekt für mich das Intro ist und bei dem man sich fragt, warum nicht lieber endlich eine moderne Version produziert wird statt immer und immer wieder das angestaubte Original zu verwursten. Rudolph, Annabelle
oder der Nussknacker komplettieren das Ensemble. Ich muss mir jetzt nur wenige Minuten der letzten Szene von Annabelle ansehen und bekomme gleich wieder Gänsehaut, feuchte Augen und einen Kloß im Hals.  
Du kannst Nostalgie nicht besiegen. 

Was die Leckereien angeht ist es kein Geheimnis, dass die Meisten von uns jedes Jahr wieder acht geben müssen, dass sie das neue Jahr nicht mit fünf Kilo mehr auf der Hüfte begehen - Mir kann es zum Glück egal sein. Ich nehme nicht zu, nie. Zumindest war das bisher so, in fünf Jahren sieht das sicher nochmal anders aus. Aber auch ich will und muss mich zügeln, wenn wieder Marzipankartoffeln, Dominosteine, Spekulatius und Nougat in den Verkaufsregalen liegen. Geheimtipp für den Genuss und gegen die Gesundheit - Taucht einen Spekulatiuskeks bevor ihr ihn esst für drei Sekunden in heißen Tee. Ihr werdet nicht mehr genug vom Ergebnis bekommen. Ausprobieren auf eigene Gefahr. 

Weihnachtsmärkte haben ihre Faszination für mich vor drei, vier Jahren verloren. Jedes Jahr denkt man sich wieder, dieses Jahr besucht man den Weihnachtsmarkt und es wird ganz toll, und jedes Mal wieder ist man ernüchtert davon, dass das alles nur eine große Anhäufung von Fressbuden ist - in Großstädten wie Leizig zudem mit dem Charmanten Nebeneffekt des Menschengedränges, in dem die Leute wortwörtlich enger zusammenrücken - Ob sie es wollen oder nicht. Fürs Protokoll vollziehe ich dennoch zumindest einen Besuch pro Dezember, aber hier in meiner Stadt hält der Weihnachtsmarkt nicht viel bereit außer einer zuckrigen Atmosphäre. Man hört allerdings Erstaunliches von Städten wie Hamburg, London oder Oslo. 

Habt ihr noch einen Adventskalender? Es stimmt, die in der Regel schokoladenbefüllten Fortschrittsbarometer des Dezembers sollen vor allem Kindern die Wartezeit auf die Beschererung verkürzen, aber irgendwie gehörte für mich als Weinachtsnarr immer irgendwie einer dazu - im späteren Alter mal gefüllt mit Jelly Beans, mal gefüllt mit Oreoprodukten, mal gefüllt mit kleinen Figürchen. Aber ab meinen 20igern hatten Weihnachtskalender... so langsam irgendwie ihren Zauber für mich verloren. Letztes Jahr war das erste in meinem Leben, in dem ich keinen Adventskalender besorgte. Es war ein seltsames Gefühl. Dieses Jahr habe ich einen von meiner Mutter bekommen, aber er übt keinen besonderen Reiz auf mich aus. 
Vieles an Weihnachten geht uns wenn wir erwachsen werden nicht verloren, aber das ist für mich zweifellos einer dieser Aspekte, die in meiner Jugend verschollen sind - Traurig, aber das gehört dazu, wenn man älter wird. Ich meine, es sind nun mal nur überteuerte, mit Kleinigkeiten gefüllte Pappschachteln.... oder?

Schmückt ihr? Auch das war mir vor einigen Jahren noch sehr wichtig um Weihnachten zu fühlen, atmen, leben, aber mittlerweile... finde ich dafür einfach nicht mehr so die Zeit und Kraft. Der Tannenbaum bei meiner Mutter an Heilig Abend ist mir sehr wichtig, aber abgesehen davon gibt es nicht mehr als ein paar Lichterketten bei mir. Ich schätze, auch das ist wohl einfach Geschmackssache und etwas, das sich für einen im Laufe der Zeit ändert.


Schlussendlich, weiße Weihnacht... wird uns sicher versagt bleiben. Ich will ganz ehrlich sein, ich erinnere mich nicht mehr an das letzte Mal. Wie viele Jahre ist es her, dass es zu Weihnachten draußen weiß und nicht kärglich grau war? Zehn Jahre? Fünfzehn? Zwar ist das wieder abhängig von der Region und dem Land in dem man lebt, aber in meiner Kindheit noch hatten wir fast zu jedem Weihnachtsfest ein glitzerndes Schneeumfeld draußen. Es ist eines der Symptome, die uns gemahnen, mehr auf den Klimawandel zu achten und diesen nicht zu vergessen - Ohne dumme Witze über Greta zu machen.

Bei mir ist jetzt, Anfang Dezember, noch keine übermäßig bemerkbare Weihnachtsstimmung da, aber seit ein paar Jahren beschränkt sich das auch eher auf die Tage vor Heilig Abend. Dennoch war es mir wichtig, einen kleinen Beitrag über die wichtigste Zeit im Jahr zu schreiben - Es wird auch sicherlich nicht der Einzige bleiben. 

Danke für eure Aufmerksamkeit, und seid nett zu euren Nähsten. 
ABER NUR IM DEZEMBER!!!

- Yoraiko





Samstag, 30. November 2019

Themengebiete


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Pokemon-Fangame - 'Crystal Clear' Spielbericht 1
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Weihnachten 
Last-Minute-Weihnachtsgeschenke 
Weihnachten 2019 
Weihnachten 2019 ist vorbei 

 

Anime-Review: Kokkoku - Zeitstopp



Zeit. Sie ist in der Popkultur Amerikas wie auch Japans seit vielen Jahren ein so überbehandeltes Thema, dass es schwer fällt, aus ihr überhaupt noch Innovationen herauszuholen - Zeitreise, Zeitschleife, Butterfly-Effekt, hatten wir alles schon noch und nöcher. Der Anfang 2018 erschienene und in 12 Episoden abgeschlossene Anime Kokkoku besticht allerdings dadurch, dass er nicht nur sehr bodenständig und übersichtlich ist, sondern dem Zeitmanipulationsthema eine zentrale Plotrolle einräumt, die dennoch gar nicht unbedingt so wichtig ist. Die der Geschichte zugrunde liegende Idee aber ist sicher nicht schlecht und sorgt dafür, dass dieser äußerst ruhige Anime zu einer definitiv bemerkenswerten Seherfahrung wird.

Die Story
Juri Yukawa ist eine gewöhnliche junge Frau mit einem ungewöhnlich beschissenem Tag: 19 gescheiterte Bewerbungen in Folge zerstören ihre Hoffnung, endlich aus ihrem nervenaufreibenden Elternhaus zu entkommen, dass sich mit Charakteren wie ihrem arbeits-, und antriebslosen Vater, ihrem NEET-Bruder und ihrem exzentrischen Großvater als Krisenherd versteht. Der Einzige in der Familie bei dem Juri noch Hoffnung sieht ist ihr kleiner Neffe Makoto - Ein aufgeweckter Junge, der bald von einer dubiosen Organisation entführt werden wird. Ihr Großvater wird ihr und ihrem Vater ein altes Familiengeheimnis offenbaren - Dass sie in der Lage sind, die Zeit anzuhalten und sich als einzige Personen in der stillstehenden Welt der 'Stasis' zu bewegen... nun ja, als Einzige außer besagter Organisation, deren Ziele zunächst unklar erscheinen. 

Kokkokus Geschichte ist Fluch und Segen  - Während die handlungsgebende Idee, Welt und Umsetzung der Stasis als angehaltene Dimension in der nichts lebt und sich nichts bewegt, inklusive Wasser, Toiletten, Snackautomaten oder geworfener Gegenstände, wirklich erfrischend kreativ und doch so simpel ist, gestaltet sich die Handlung eher träge. Definitiv wird mit der Stasis eine menge interessanter Sachen angestellt und man merkt, dass die Schreiber viel Wert darauf gelegt haben, das Konzept auszuloten, wenn etwa immer wieder zu sehen ist, dass Charaktere statisches Wasser aus einer Flasche als Block herunterschlucken müssen weil es eben still steht oder sie Sachen werfen können, welche dann einfach in der Luft hängen bleiben. Aber wie ich sagte macht die Handlung daraus am Anfang nicht viel.

Das Pacing der ersten sechs Episoden ist gemächlich, um es mal nett auszudrücken. Die Stasis als durchaus normale und bekannte Umgebung, die aber in einem ewigen Abend gefangen ist, macht als Kulisse zunächst wenig her, man gewöhnt sich aber im Laufe der Serie an die eigenartige Welt mit ihren eigenen Regeln. Unsere Charaktere durchlaufen ihre Nachbarschaft in dieser Umgebung immer wieder, jagen die Mitglieder der Genuine Love Society, wie die Entführersekte sich nennt, liefern sich kleine Außeinandersetzungen mit diesen, erfahren mehr über die Stasis und die sogenannten 'Heralde', mächtige mystische Wesen, die alle Personen töten, die versuchen einem angehaltenen Menschen zu schaden. Und während das alles sehr interessant ist und solide unterhält, hat man irgendwann auch mal genug trockene Theorie gehört und sich an japanischen Vorstadthäusern in der Abendsonne satt gesehen - Der Schauplatz von Kokkoku ist beinahe 12 Episoden lang der Selbe. Große Actionsequenzen gibt es in den ersten 6 Episoden so gut wie keine. Der Hauptreiz in Sachen Spannung entsteht dadurch, dass Juri und ihr Großvater bald herausfinden, dass sie die Fähigkeit besitzt, andere Personen mit einer Berührung aus der Stasis zu werfen - Und somit zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die gewaltbereite Genuine Love Society avanciert. 

Während ich also bereits mehrmals mit dem Gedanken gespielt habe, den Anime abzubrechen, zieht die zweite Hälfte enorm an, geht etwas weg von seinem semi-realistischen Setting und wird mehr Fantasy, wird Drama, wird (auch) Action. Es gibt interessante Charakterentwicklungen und spannende Konflikte, Kokkoku wird im späteren Verlauf also durchaus 'verdaulicher'. 

Das Ende beziehungsweise der Weg dorthin ist für mich das Glanzstück des Anime. Ohne zu viel verraten zu wollen hat man das darin präsentierte Konzept schon in der einen oder anderen Form mal gesehen, es ist aber immer wieder interessant,wie es neuinterpretiert wird - Und so wie bei Kokkoku ist es selten passiert. Man fährt emotionale, psychologische und moralische Tiefe auf, schließt die Geschichte dankenswerterweise ohne irgendwelche Cliffhanger rund ab und lässt dennoch Raum für eigene Gedanken zu. Mit seinen letzten vier Episoden stimmte Kokkoku mich sehr versöhnlich!

Die Charaktere
Offen hesagt gibt es in den ersten Episoden nicht wirklich jemanden, der sonderlich heraussticht oder fürden man sich investieren könnte - Juri's Familie besteht wie sie selbst es weiß aus gescheiterten Existenzen und antriebslosen Taugenichtsten, die gesichtslosen Handlanger der Sekte hingegen haben in etwa so viel Charisma wie ein zeitgestoppter Piss-Strahl. Herausstechend sind höchstens Juri und ihr Gegenstück auf Antagonistenseite, Shouko Majima, die für die Sekte arbeitet um eigene Ziele zu erreichen. Während man also ohne bestimmte Identifikationsfigur zusieht, wie die Ereignisse von statten gehen, dümpeln die Charaktere so vor sich hin. Ab Episode 6 jedoch gibt es durchaus Entwicklungen bei vielen der aktiven Personen, manche werde sympathischer, manche wechseln die Seiten, dieser und jener wird genauer beleuchtet oder trifft eine schwere Entscheidung. 

Gerade gegen Ende wird die Entwicklung von Protagonisten und Antagonisten ungeahnt vielschichtig und während nicht alles davon nur gut ist, musste ich persönlich einräumen, dass Kokkokus Charaktercast am Ende doch einen Eindruck hinterlassen hat, zumindest die wichtigsten Personen. Auf Klischees verzichtet man.

Optik
Der Zeichenstil ist genau wie der Rest vom Anime maximal-unspektakulär und solide gehalten, nichts was im Gedächtnise bleibt aber auch keine Beleidigung fürs Auge. Die wenigen Effekte sehen ordentlich aus, erst später gibt es mit Juri's Rausschmiss-Fähigkeit oder grotesken Körperveränderungen aufwendigere Szenen, die dann auch gut funktionieren und hübsch anzusehen sind. Dadurch, dass die Stasis ein japanisches Stadtviertel in der Abendsonne einfriert, wird man der Umgebung und der gelborangebraunen Lichtstimmung leider sehr schnell überdrüssig, das ändert sich bis zum Schluss auch nicht.

Dennoch, gerade die visuellen Anomalien der Stasis wie die in der Luft gefrorenen Gegenstände oder die eindrucksvollen Heralde, sorgen dafür, dass wir hier nicht nur Häuser und umherlaufende Leute zu sehen bekommen. 

Soundtrack
Zum Soundtrack selbst kann ich nicht viel sagen, weil er so unglaublich beliebig, unaufdringlich und austauschbar ist, dass da nichts hängen blieb - Das meine ich nicht unbedingt negativ, denn er ist mir nie störend aufgefallen, nur werdet ihr Kokkoku vermutlich nicht für die Musik mögen lernen.

Erwähnenswert ist das Opening 'Flashback', welches ein ganz typiscger Fall von 'Beim ersten Mal anhören grauenhaft, beim fünften Mal anhören ein Ohrwurm' ist. Ich fand es zunächst wirklich furchtbar, es wächst jedoch mit der Handlung, beinhaltet wirklich gutes Foreshadowing und hat einen flippigen Style und einen coolen Refrain. Das Ending kann man leider wie so oft vergessen, der Gesang ist in meinen Ohren nicht nur unmelodisch und antiklimatisch gewesen, die Lyrics sind auch beschämend bescheuert. 

Fazit
 Ich habe Kokkoku immer auf dem Weg zur Arbeit in der Straßenbahn gesehen und für diesen Zweck war der Anime auch in Ordnung. Ich glaube, hätte ich mir Zuhause die Zeit dafür genommen, hätte ich bei den sperrigen ersten Episoden und der immergleichen Umgebung ohne große Entwicklungen vielleicht die Lust verloren. Die Zeitmanipulations-Thematik bekommt hier tatsächlich einen neuen Dreh auf eine Weise, die nach all den Behandlungen nochmal ganz spannend ist, die Charaktere sind aber allesamt nichts Besonderes. Letztendlich will und wollte Kokkoku wie ich vermute nie mit den großen Animegiganten konkurrieren, stattdessen ist es eine kleine, ruhige Timethriller-Serie mit entspanntem Pacing und guter Entwicklung in der zweiten Hälfte. Muss man nicht gesehen haben, da verpasst man nicht viel. Es tut aber auch wirklich nicht weh, sich die 12 zwanzigminütigen Episoden einzuverleiben. Nicht mal in einer sich bewegenden Welt.


5/10 Flashbacks für Kokkoku


- Yoraiko