Montag, 18. November 2019

Film-Review: Trollhunter - They are among us



Das skandinavische Kino hat sich international schon seit vielen Jahren als zuverlässiger Lieferant für schwierige, ruhig erzählte und äußerst sterile Filmstoffe etabliert, die sich sehr vom amerikanischen Blockbuster-Entertainment unterscheiden und mit ihrer Verschrobenheit sicher nichts für Jedermann sind. Der norwegische Found Footage-Geheimtipp Trollhunter ist aber einer der verträglicheren Beiträge Nordeuropas zur Filmkultur und obendrein auch einer der Gelungeneren, wenn es nach mir geht. Es kommt dem Film ebenso zugute, dass er sehr ehrlich ist - What you see is what you get. Wenn man den Titel liest und daraufhin eine Erwartungshaltung aufbaut wird genau diese auch erfüllt, wenn auch deutlich weniger effektvoll als es das Movieplakat einem vielleicht glauben machen will.

Worum geht es? Eine Dreiergruppe junger Studenten untersucht in den abgelegenen Regionen Norwegens eine Serie von rätselhaften Bärentoden. Sie stoßen dabei schnell auf den zwielichtigen Zeitgenossen Hans, der sich ihnen alsbald als Trolljäger vorstellt. Die Studenten werden sich entscheiden, ihn bei seiner nächtlichen Arbeit zu begleiten und zu filmen - Dem Töten von Trollen.
Das daraus entstandene Videomaterial wurde gefunden, ausgewertet und von einem Erzähler vorgestellt.

Wie ich sagte hält TrollHunter sich nicht lange mit einem zähen Spannungsaufbau, einem unnötigen In die Irre führen des Zuschauers oder dem Aufrechterhalten des Mysteriums auf - Keine zwanzig Minuten im Film bekommen sowohl die Studenten als auch wir den ersten, sich bewegenden Troll zu Gesicht. Dabei ist dieses Machwerk mit den Genres Fantasy und Horror bestückt, Horror ist Trollhunter aber nur bedingt. Viel mehr versteht der Film sich als furchteinflößende, morbide-interessante Naturdokumentation einer fiktiven Tierspezies, den Trollen. Die Tatsache, dass sich von Anfang bis Ende viele Dialogzeilen Zeit genommen werden, um die heimlichen Bewohner Norwegens zu erklären, in allen Aspekten ihres Lebens zu beleuchten und als Tiere in einen authentischen Kontext zu setzen sorgt dafür, dass alles angenehm bodenständig bleibt und nie in Monstergrusel ausartet - Wir nehmen die Trolle als wilde Tiere wahr, nicht als unerklärliche Horrorbestien. Da man sich darum viele Gedanken gemacht hat, gewinnt der Film an Konsistenz und wird viel interessanter als vergleichbare, plattere Horrorfeatures. Die Trolle sind glaubwürdig und in unserer Realität mehr oder weniger vorstellbar.

Desweiteren mochte ich das Auslassen gängiger, westlicher Stichpunkte im Horror-Fantasy-Genre - You believe it when you see it - So sagt es das Plakat und so händelt es der Film. Es wird sich nach dem ersten Auftauchen eines Trolls nicht erst zwanzig Minuten darüber unterhalten, ob das denn jetzt die Realität war, dass so etwas unmöglich wahr sein kann, dass die Studenten unter Drogen stehen müssen, dass es eine logische Erklärung geben muss und so weiter und so fort. Sie sehen, sie akzeptieren, wie es echte Menschen auch tun würden. 

Der Horroraspekt den ich eher als effektiven Grusel bezeichnen würde kommt vor allem in der ersten Hälfte zum Tragen und fühlt sich erfrischend anders an - Mal wird ein Troll durch seinen grotesken Körper und die verstörend-unmenschlichen Laute die er von sich gibt schemenhaft im nächtlichen Wald zur angsteinflößenden Bedrohung, mal passiert das ganz simpel über eine gewollt-ruckelige, grobschnitzige Animation der deformierten Kreaturen, die dann schon wieder so unwirklich beziehungsweise unpassend-überzeichnet wirkt, dass man sich zwangsweise unwohl fühlt. Jumpscares gibt es - Wie von einem skandinavischen Film zu erwarten - zum Glück keine, dafür eine wirklich durchgehend sehr gelungene Stimmung. 

Aufgelockert wird das buchstäblich graugrünbraune Seherlebnis durch einen unerwarteten, sehr durchdacht eingestreuten, trockenen Humor. Der Film ist ernst und gruselig, keine Frage, aber er nimmt sich auch aller Nase lang die Zeit, einen Schmunzler beim Zuschauer zu erwecken und beweist so Selbstironie. Humor und Grusel funktioniert nur selten zusammen in einem Film - Trollhunter ist einer dieser Filme. Und das hat er auch nötig, denn trotz seiner spannenden Geschichte und der weniger anstrengenden Inszenierzung als man sie bei anderen skandinavischen Filmen vorfindet merkt man auch diesem Werk seine Wurzeln an - Die 103 Minuten ziehen sich vor allem im Mittelteil spürbar, alles ist monoton und die actionreichen Sequenzen machen einen eher kleines Teil davon aus. Dann aber kommt die zweite Hälfte.

Grob kann man Trollhunter in zwei Teile teilen: Der Erste ist das aufgelockerte, skandinavische Gruselkino mit dem Einführen der Trolle, überaus interessanter Lore zu diesen und den Nachforschungen, was diese aus ihren Revieren treibt. Im zweiten Abschnitt dann nähert man sich doch etwas der amerikanischen Abrissbirnen-Unterhaltung an und wird größer, spektakulärer, vielleicht unterhaltsamer. Alles noch im Rahmen der angezogenen Handbremse einer fiktiven Tierdoku, aber hier werden jetzt klassischere Spannungsmomente aufgebaut, die man so oder ähnlich kennt, wie etwa das Gefangensein mit gefährlichen Kreaturen in deren Zuhause oder den Showdown mit etwas... sehr, sehr Großem, um mal nicht zu viel vorweg zu nehmen. Diese zweite, effektvollere Hälfte schadet dem Film aber nicht, im Gegenteil, sie belohnt den Zuschauer für das bisherige Interesse an der Theorie und lässt es nochmal ordentlich knallen. 

Schließlich offenbart der Erzähler vom Anfang uns ein wenig bitter aber äußerst befriedigend die fiktiv-dokumentarischen Fakten, die auf den Fund des von den Studenten aufgenommenen Materials in der Realität folgen würden, um Trollhunter dann mit einem mehr als gelungenen Abschlussgag enden zu lassen - Ich musste herzlich grinsen.

Wer einen Einstieg ins skandinavische Kino sucht, ohne sich dabei gleich einen einschläfernden Arthouse-Film oder eine tiefgehende Melancholie-Tragödie auf die Netzhaut legen zu wollen, wer intelligent-gemachten Realismusgrusel mag bei dem die Wackelkamera keine große Rolle spielt und sinnvoll eingebunden ist, oder wer einfach ein paar von Norwegens trostlosesten Landschaften erleben möchte - Der macht mit Trollhunter wenig falsch. Ein sympathischer Film, der sich keine großen Fehler leistet und der uns am Ende vielleicht sogar ein wenig trollt. 


6/10 Christen für Trollhunter

- Yoraiko 






Donnerstag, 14. November 2019

CGC Leipzig 2019 - Mehr Farce als Veranstaltung


Nachtrag: Nachdem die sympathischen Herren von Nerdzig mir wegen den zutiefst privaten Aufnahmen und dem einem italienischen Kunstschatz des 18. Jahrhunderts ähnelnden Logo in diesem Beitrag mit Schadensersatzforderungen gedroht haben, wurden die Fotos nun rechtsmäßig verlinkt und das Logo gegen eine... eigene Version eingetauscht, die qualitativ nah am Original ist. Und ja, das war das Einzige, das Nerdzig sich aus diesem Beitrag mitgenommen hat. Aber hey, besser als gar nichts, oder?



Als ein paar Freunde und ich vor fünf Tagen erstmalig die 'CGC Leipzig'(Comics Games Cosplay) besuchten, da erwarteten wir das, was die Veranstaltung, welche zum dritten Mal stattfindet, sich auf die Fahne geschrieben hat: Ein kleines, sympathisches Nerdfest in den heiligen Hallen der Stadtbibliothek. Wenig Ahnung hatten wir, dass diese doch so unscheinbare Zuflucht für Anhänger des Anime, Manga und Gaming-Kosmos die mit Abstand schlechteste und frustrierendste Angelegenheit werden sollte, auf der wir jemals waren. Ich sage es also gleich zu Anfang: Die CGC war eine furchtbare Minimesse, die in unserem Emotionsbarometer das gesamte Spektrum von Frust, Wut, Ratlosigkeit, Resignation und Enttäuschung abrief. Und das wirklich Schlimme ist: Das müsste gar nicht so sein. Ein paar kleine Änderungen und der Zauber könnte hervorkommen. Bedauerlicherweise ließen die Veranstalter 'Nerdzig' im Nachhinein nur allzu klar durchblicken, wie ihre Einstellung zu Kritik aussieht und bestätigten damit den äußerst zweifelhaften Eindruck, den sie auf der Messe hinterließen. 
Aber beginnen wir da, wo es sich anbietet - Am Anfang.

Die CGC Ist eine kostenlose Veranstaltung von Fans für Fans, die wie gesagt in den drei Stockwerken der Stadtbibliothek Leipzig ihren Platz findet. Neben einem Games-Room mit mehreren Konsolen und kleinen Spieleturnieren gibt es einen Cosplay-Wettbewerb, einige Künstler-Stände für Kauffreudige, einen Snack-Stand mit überraschend fairen Preisen, ein Bühnen-Nerdquiz und so manches Minievent mehr. Die CGC versteht sich nicht als Messe sondern als entspanntes Zusammensein der Leipziger Nerdkultur. 

Unsere Sorge bei der Planung unseres Besuches der CGC fing im Vorfeld an - Die offiziele Website von Nerdzig zur Veranstaltung gibt nur wenig her. Der findige Beobachter wird auch jetzt noch feststellen, dass die großen Sparten wie 'Programm', 'Workshops' oder 'Wettbewerbe' auch jetzt noch - Fünf Tage nach der Messe - mit einem 
'Folgt demnächst' versehen sind. 
'Das Programm veröffentlichen wir Anfang Oktober'
Dazu kam es wohl leider nie, man hatte als potentieller Besucher also überhaupt keine Ahnung, was wie wo stattfand. Eine durchaus fragwürdige Organisation warf hier ihre Schatten voraus. Aber wir ließen uns davon nicht beirren und traten - Manche im Cosplay, manche in Zivil - letzten Samstag an um etwas Spaß zu haben und eine Minimesse in der eigenen Stadt zu genießen. 

Hier einige Impressionen der Nerdzig-Facebookseite:
Eins
Zwei
Drei
Vier

Die Veranstaltung war - Noch mehr als erwartet - wirklich sehr klein und es dauerte keine fünf Minuten, ehe wir die ersten Fragezeichen über dem Kopf hatten und sich Irritation einstellte, darum lasst mich eilig die Kritik abarbeiten, die man seitens Nerdzig wohl nicht hören will. 

Die Organisation war eine absolute Katastrophe.  
Desaströs, wirklich. Einmal abgesehen von den fehlenden Informationen im Vorfeld haben sich die Termine und Zeiten für Veranstaltungen und Events gefühlt minütlich geändert, was über die sozialen Kanäle Nerdzigs teilweise zumindest mitgeteilt wurde - Nur leider mit unterschiedlichen Zeitangaben(!)
Ein Aushang fehlte KOMPLETT - Es war in der gesamten Stadtbibliothek - online und offline - keine einzige Information darüber aufzutreiben, WANN eigentlich WAS, WO stattfindet. Es gab ein paar kleine Zettel mit den Informationen, wann die Siegerehrungen bestimmter Events stattfinden, aber nicht, wann die Events selbst stattfinden. Diese Info war ausschließlich der Anmeldungsdame im zweiten Stock vorenthalten, welche allerdings mit den Fragen hierzu auch mitunter überfordert schien. So kam es, dass wir uns mit als Erste für das Street Fighter-Turnier anmeldeten, aber nicht erfuhren, wann oder wo das überhaupt stattfindet - Als wir eine halbe Stunde später nachfragten war es vorbei und wir wegen Nichterscheinen ausgeschieden. Wir erfuhren, dass es in einem abgelegenen Raum im Erdgeschoss gewesen wäre, zwei Stockwerke unter der Anmeldung. Logisch. Ähnlich verlief es mit dem großen Nerdquiz. Der Frust über die Disqualifizierungen war groß. Auf meine Kritik bezüglich der Übersichtlichkeit hin rümpfte man die Nase. Meine Freundin Paiclya hatte sich zum Cosplay-Wettbewerb zwar zum Glück erfolgreich anmelden können, aber auch hier fehlten Infos, wann es damit denn los geht - Diese Zeit verschob sich zudem mehrmals.

Auch der Raumplan der Bibliothek war fernab von übersichtlich - Das Hauptevent mit Anmeldung, der Bühne und allem Relevanten fand im zweiten Stock statt, der professionelle Fotograf befand sich im Ersten, die Gameslounge im Erdgeschoss - Nichts davon war ausgeschildert, man musste es erfragen. Leider stieß man hier nur allzu oft auf ausbleibenden Erfolg - Weder die offiziellen Mitarbeiter von Nerdzig noch etwaige andere, zur Veranstaltung gehörende Menschen konnten einfache Frage nach dem Wann und Wo souverän beantworten, es wirkte als wüsste niemand irgendetwas und als wäre das alles eine sehr intuitive Sache. Aber das ist ja der Charme einer solch kleinen Veranstaltung, hab ich recht?! hahahahahahahahahahahahaha... haha... ha....
...
 Warum man die Anmeldung nichts ins... ich weiß nicht, Erdgeschoss gesetzt hat, bleibt wohl auch den großen Denkern unserer Zeit überlassen. 

Diese mangelnde Information und Organisation war auch schon eines der größten Ärgernisse, das man mit dem zweiminütigen Schreiben eines Handzettels und Aufhängen im Erdgeschoss hätte verhindern können. Aber ganz ehrlich? Schwamm drüber. Das ist eine kostenlose Kleinveranstaltung, was solls. Passiert. Vielleicht gibt es nächstes Jahr ein Onlineprogramm und eine Ausschilderung. Das könnte man alles verzeihen. Bedauerlicherweise ging es dann aber mit deutlich persönlicheren Problemen weiter, die mir Magenschmerzen verursachten.

Das Nerdquiz, das vor versammelter Teilnehmerschaft auf der 'großen' Bühne stattfand und von Nerdzig-Mitglied Ronny Pielert moderiert wurde, als gehetzt zu bezeichnen wäre eine menschenunwürdige Untertreibung. Das Nerdzig-Team war mit seiner Zeitplanung - falls diese denn existierte - offensichtlich sehr im Verzug und so wurden die wenigen Teams stehend durch die Kategorien gehetzt wie billige Fleischer-Ware. Was einem dabei als Zuschauer sauer aufstieß, war die unglaubliche Pampigkeit und Unfreundlichkeit des Moderators den Teilnehmern gegenüber - Da wurden diese aller zwei Minuten angeschnauzt, sie sollen ihn ausreden lassen nachdem sie ihn ausreden ließen, sie sollen erst den Buzzer drücken wenn er die Frage zu Ende gestellt hat obwohl das regeltechnisch keinen Sinn ergibt weil dann ständig beide Kontrahenten gleichzeitig buzzern. Und natürlich vergriff er sich regelmäßig im Ton. Es war wirklich äußerst unangenehm zu beobachten. Man sollte meinen, dass er dann wenigstens seine Aufgabe als Moderator des Quizes gut gemacht hat - Hm, na ja. Als er beim ersten Mal die falsche Kategorie ausgewählt hat, haben die Leute noch gelacht. Beim zweiten und dritten Mal gab es verhaltenes Kichern. Beim zehnten und elften Mal dann doch eher betretenes Schweigen. Wenig hilfreich, dass Herr Pielert die von ihm fälschlicherweise angeklickten Kategorien dann einfach rausnahm oder die Teilnehmer grunzend anwies, eine andere Kategorie auszuwählen. Ich kriege jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich an diese Cringevorstellung denke. 

Der folgende Cosplaywettbewerb war eine nette Angelegenheit, weil die dreißigsekündigen Auftritte der teilweise wirklich prachtvollen und talentierten Teilnehmer einiges an Unterhaltsamkeit hergaben. Bilder dazu findet ihr hier. Als es dann aber an die Preisverleihung gehen sollte, kam der Ablauf ins Stocken - Der Kollege, der den Pokal übergeben sollte, war nicht auffindbar. In einer unsagbar peinlichen, abermals unangenehmen Phase von quälendlangen fünf Minuten brüllte eine der beiden Moderatorinnen, deren passiv-aggressive, pseudo-lustige Attitüde wirklich niemanden überzeugte, den Namen des Kollegen durch die gesamte Bibliothek und beharrte - Trotz der verzweifelten Versuche ihrer Kollegen sie zu beruhigen und Schadensbegrenzung zu betreiben - darauf zu warten, dass dieser wieder auftaucht und den Pokal selbst übergibt. Eine Glanzleistung der Absprache und Organisation. 

Schlussendlich fand sich ein Ersatz im Publikum, der den Brocken Metall schockierenderweise ebenso kompetent übergeben konnte. Ich nehme diesen Ersatz als Aufhänger um auszudrücken, wie psychisch anstrengend ich die letzte halbe Stunde der Veranstaltung fand

Tut mir leid, vielleicht ist diese quietschig-bunte, junggebliebene, crazy Anime-Community Leipzigs einfach nicht so meins, aber du meine Güte... hier ließen die Moderatorinnen, deren brutale Unlustigkeit selbst Fips Asmussen und Mario Barth zum Weinen bringen würde, alles raus, was Erschöpfung, ein langer Tag voller gescheiterter Programmpunkte und die Absage des örtlichen Standup Comedy-Clubs zu Tage gefördert hatten. Lachmuskel-zerreißende Sketcheinlagen, die genau so gut auch im wöchentlichen KiKa-Club stattfinden könnten und von der Zielgruppe her wohl eher die 11 - 16 Jährigen im Publikum ansprechen sollte. Es war wirklich, wirklich unerträglich. Wenn ich also das nächste Mal so richtig herzhaft Lachen möchte, gehe ich lieber zu einer Beerdigung oder zum Zahnarzt. Oder zur Beerdigung meines Zahnarztes. Selbst meine eigene Beerdigung würde mir noch einen größeren Schmunzler abringen als die Nerdziger Stadtspaßgranaten vom Volksfest der Volksverdummung, das der CGC den letzten Stoß versetzte.

Um zu meinem letzten, signifikanten Kritikpunkt zu kommen, der vor allem deswegen so einschneidend ist, weil die CGC den Cosplaywettbewerb als Highlight des Tages versteht -  
Die Jury war vollkommen inkompetent 

Diesen sympathischen Damen war das Schicksal von über 20 hoffnungsvollen Teilnehmern überlassen. Wie sinnvoll es ist, eine neutrale Cosplay-Jury nur mit drei cosplayenden Frauen zu besetzen, sei mal dahingestellt. Unter den Teilnehmern waren wie gesagt fabelhafte Kostüme und tolle Auftritte. Aber nur drei Personen konnten gewinnen. Es gab viele, die es verdient hätten, darunter auch Paiclya als Xayah von League of Legends, die mit einem vollständig selbstgemachten Kostüm antrat, das zu den besten fünf der ganzen Messe zählte - Und ja, ich weiß wie subjektiv das Folgende jetzt klingt, weil ich mit jemandem befreundet bin, der teilgenommen und nicht gewonnen hat, aber
Die letztendlichen drei Plätze waren eine Farce. Es haben Leute teilgenommen, deren Kostüme in monatelanger Arbeit offensichtlich - Das konnte ich als LAIE sehen - selbst hergestellt wurden, es waren solche dabei die sich große Mühe mit ihren Auftritten gaben und wiederum solche, die einfach sehr beliebt beim Publikum waren. Keine dieser Personen ergatterte die Gunst der Jury. Stattdessen landete auf dem dritten Platz eine Dame mit einem gekauften Fließband-Cosplay, auf dem zweiten Platz ein Mädchen, das buchstäblich nur rotgefärbte Haare hatte und einen Anzug trug(!!!!), und zumindest auf dem ersten Platz ein Cosplay, das adrett anzusehen war und eigenständig wirkte.
Es war absolut nicht zu durchschauen, nach welchen Kriterien die Jury bewertete - Der zweite Platz etwa hatte zwar eine Horde debil-gröhlender Fans mitgebracht, bei anderen Teilnehmern waren die Zuschauer aber enthusiastischer. Das Kostüm des zweiten Platzes fällt nur noch nur sehr knapp überhaupt in die Definition eines Cosplays, und was den dritten Platz angeht - Wenn ich da eine Jury von Cosplayerinnen habe, die das voller Stolz seit Jahren machen, dann erwarte ich doch, dass Eigenschaften wie die Eigenarbeit und die Mühe die in ein Cosplay geflossen sind, einen Faktor darstellen, oder? 
Stattdessen gewinnt jemand, der gut gekauft, jemand der... äh... gut gefärbt? und jemand, der gut gespielt hat. 

Ganz große Klasse, liebe Jury. Ich muss sagen, dass ich an diesem Tag wirklich sauer war, nicht weil ich teilgenommen hätte, nicht weil Paiclya damit gegen das oder das verloren hat, sondern weil mir auch viele andere der Teilnehmer leid taten, die es schlichtweg mehr verdient hätten.

Aber was solls? Ein solcher Wettbewerb von solch einer Jury hatte quasi keine Gewichtung, darum muss man dem auch nicht noch mehr Worte widmen. 

Die 'Games Comics Cosplay 2019' in Leipzig war für uns eine gefühlte und tatsächliche Katastrophe. Meine Freunde hatten überhaupt keinen Spaß, ich der versucht hat das Positive zu sehen(Ja, tatsächlich!) konnte mich immerhin für die anwesenden Fankünstler begeistern, von denen ich einige tolle Werke mitnahm:
 Ein Artbook von Sakimake, die leider keine Internetpräsenz mehr zu haben scheint.


Etwas Liebe für Aloy aus Horizon: Zero Dawn von der sympathischen Sariel Snowings.


Bei MjernArt habe ich mich zumindest an ein Tombola-Los getraut und auch gleich den gefühlten Hauptgewinn gezogen. Den Stil muss man einfach mögen.

Es war also kein kompletter Reinfall, nur fast. Aber diese lokalen, kleineren Künstler zu treffen hatte schon was. Wem das reicht, wer etwas mit Foren wie Animexx(Schauder) anfangen kann oder wer einfach nur eine fröhliche Zeit mit anderen Cosplayern haben möchte, für den ist die CGC vielleicht etwas. Alle Anderen... gehen lieber doch auf die Buchesse. Denn Besserung ist in Zukunft nicht zu erwarten - Als ich Nerdzig im Nachhinein auf Facebook einige der genannten Kritikpunkte nahe brachte, wurde mein Beitrag gelöscht und ich blockiert. Was dieser Umgang mit Kritik seitens der Organisatoren über diese aussagt, möge jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil schüttle den Kopf und verwerte meine Lebenszeit künftig lieber für anständig organisierte Events. Oder übernehme eigenhändig die Organisation der CGC. 

Ja, warum eigentlich nicht? Ich stelle jetzt mal in den Raum, dass ich alleine die Veranstaltung besser organisiert hätte als das gesamte Nerdzig-Team. Insofern, liebes Nerdzig, hier mein Angebot - Wenn ihr für nächstes Jahr einen Organisator braucht, ich bin euer Mann. <3 
Aber ihr kriegt das ja sicher alleine hin, richtig? 





.... Richtig?







- Yoraiko


 




Pokemon Fangame Crystal Clear - Spielbericht 1



Die Pokemon-Marke ist die erfolgreichste Spielemarke der Welt und macht momentan dennoch(endlich!) verdient weltweit eine erdrückende, negative Presse ob des nahenden, potentiell katastrophalen Releases von Sword und Shield, welches fernab von Fertig oder angemessen dem Einstand der traditionsreichen Reihe auf einer Heimkonsole zu sein scheint. Die ganze Sache zeigt perfekt die seit vielen Jahren aufkeimende und jetzt erblühende 
'Ihr kaufts doch eh'-Einstellung Game Freaks, die sich noch nie einen Kehricht darum geschert haben, was die Spieler von ihnen möchten. Wahrscheinlich haben sie recht.

Aber das hier soll ein positiver Beitrag werden, darum geht es genau um jene Fans von Pokemon, besser gesagt die Leidenschaftlichsten unter ihnen - Fangames kursieren bereits seit über zehn Jahren in den Weiten des Internets und stehen mittlerweile im Ruf, regelmäßig besser als die sperrigen Hauptteile zu sein. Als ich vor geraumer Zeit über mein Super Nintendo Mini noch einmal das originale Kristall aus meiner Kindheit spielen wollte um die Nostalgie zu fühlen, stieg ich dabei über das Fanspiel Crystal Clear - Das ich dann statt des Originals installierte und damit sehr, sehr glücklich bin. Normalerweise schreibe ich altbackene Reviews und ellenlange Manifests über die Dinge, die ich konsumiere, diesmal dachte ich mir ich breche das einfach ein wenig auf und liefere kleine Spielberichte in Form von Beiträgen, was meinen Fortschritt und das Spielgefühl von CC angeht. Ein bisschen wie die schlechte Version eines Lets Play. Auf Text. Viel Vergnügen.





Vom Entwickler:
Pick your starter, your region, customize your character, and then do whatever you want. You can collect all 16 badges, challenge the new E4, catch all 251, rechallenge a gym, visit new places... There's a lot of things to do.



Features



  • Open world
  • Start in Johto or Kanto
  • Select from 24 starters
  • Character customization
  • Scaling Gyms and Trainers
  • Gym rechallenges
  • Loads of other improvements
Crystal Clear verändert die Edition Kristall nicht grundlegend - Das Spiel wird nur zu einer vollkommenen Open World, man kann sich seine Startregion aussuchen - Kanto oder Johto - Und alle 16 Arenaleiter in beliebiger Reihenfolge angehen. Man kann von Anfang an überall hin, in beide Regionen. Die Trainer und bis zu einem gewissen Maße wilden Pokemon leveln mit den Orden die man hat - Ein System, das überraschend gut funktioniert. Abgesehen davon beinhaltet das Fanspiel einige neue Gebiete, viele Komfortfunktionen, man kann sich seinen Protagonisten aus einem großzügigen Generator selbst erstellen, man kann ALLE bis dahin erschienenen Pokemon fangen, alle TMs kaufen, hat mehr Starter zur Auswahl, Arenaleiter sind wiederbekämpfbar, Pokemon laufen euch hinterher undundund. 

Das Schöne für mich zum Anfang, das mich direkt eingenommen hat: Dadurch, dass man direkt überall in beide Regionen kann, konnte ich mir das erste Mal überhaupt in meiner Pokemongeschichte gleich zu Anfang mein Traumteam zusammenstellen. Mein Starter war Jurob, ich musste mich zwischen ihm und Hunduster entscheiden. Der Reiz mit einem Eispokemon zu beginnen war aber einfach zu hoch. Bei diesem Team macht es dann gleich umso mehr Freude, es hochzutrainieren. Das ist etwa der derzeitige Stand meiner Mannschaft:
Kenya ist nur ein VM-Sklave für Fliegen, ich bin also noch nicht ganz am Ideal, aber es wird. Als Protagonistin habe ich mir selbstverständlich eine blauhaarige Team Rocket-Lady ausgesucht, sie hört auf den melodischen Namen Yoraika. Ich habe im Moment drei Orden - Major Bob, Sabrina, Falk. Als allerletzten Leiter habe ich geplant, Bianka anzugehen weil mich interessiert, wie die Schwierigkeit bei ihr dann aussieht. Auch Jasmin und Kai werde ich erst zum Schluss herausfordern. 
Es ist ganz lustig, die bekannten Strukturen der Arenen auf diese Weise durcheinanderzubringen und Drachenleiterin Sabrina, die sich selbst als Stärkste aller Arenaleiter bezeichnet, mit ihren Level 9-Dratinis in den Staub zu treten. 

Die Schwierigkeit ansich ist knackig - Kristall war damals noch nicht so pervertiert von Game Freaks Komfortwahnsinn, der sich in unabschaltbaren EP-Teilern und unfähigen KI-Gegnern niederschlägt, sondern bot eine Herausforderung, die Crystal Clear weiter anpasst - Viele Trainer haben jetzt 3-4 Pokemon statt 1-2, neue, schwerere Gegner mit Tränken sind hinzugekommen. Dadurch, dass man aber jederzeit überallhin und sich so ganz angenehm hochtrainieren und jede Herausforderung beliebig angehen kann relativiert sich das aber sehr angenehm.



Crystal Clear ist auf jeden Fall jetzt schon eines der besten Fangames, die ich bisher von Pokemon spielen durfte, weil es die noch immer zeitgemäße und funktionierende Kristalledition sinnvoll anpasst und erweitert, ohne ihr das Nostalgiegefühl zu nehmen - Sie lässt das darunterliegende Original atmen. Wo eine Menge Stärken sind, sind zumindest auch ein paar wenige Wehrmutstrophen: So sehr ich die gute alte 16Bit-Musik jener vergangenen Tage mag, manchmal tendiert sie dann doch dazu in den Ohren zu schmerzen oder nervig zu werden - Da hätte ich mir vielleicht ein optionales Umstellen auf den Soundtrack der Remakes HG/SS gewünscht, aber das wäre möglicherweise auch einfach zu viel Arbeit gewesen. Was mich da schon mehr stört ist, dass Team Rocket (Zumindest nach meinem bisherigen Stand!) im Spiel komplett fehlt und damit auch nicht die im Originalspiel so coole Red Garados-Team Rocket HQ-Episode enthalten ist, stattdessen wurde aus dem Untergrundversteck ein liebloser Einkaufsbummel gemacht. Weder trifft man Siegfried noch den rothaarigen Sohn Giovannis. Ich verstehe nicht so wirklich die Intention hinter der Entfernung dieser Inhalte, aber eventuell kommt das ja noch.

Momentan kümmere ich mich darum, ein paar Routen von aktiven Trainern zu 'säubern', mein Team noch ein wenig potenter zu machen, damit bald die ersten Entwicklungen ins Haus stehen und mich auf den Arenaleiter-Kampf gegen Pyro vorzubereiten. Ich werde in regelmäßigen Abständen diesen Bericht fortführen, allerdings nicht in zu kurzer Zeitabfolge, das würde sich nicht lohnen. 

Allen, die auch nur rudimentäres Interesse daran haben, ihrer Nostalgie nachzugeben und sich erneut auf Kristall einzulassen - Ich kann euch wärmstens empfehlen, Crystal Clear zu nehmen, es ist das in beinahe jeder Hinsicht überlegene Spiel. Auch wenn es immer noch bedeutend langsamer ist als neuere Titel wie Smargd, das ich aktuell ja auch wieder spiele. Der Unterschied ist schon spürbar, aber das gehört ja auch zur Nostalgie, nicht wahr? Die... Unvollkommenheit.

Als Letztes werfe ich einen wehmütigen Blick auf vergangene Wunder:



DAS waren noch Zeiten, als Smogon noch Flammenwerfer lernen konnte, huh? Seufz... früher war alles besser.


- Yoraiko



Dienstag, 12. November 2019

Meine 11 besten Manga aller Zeiten


Das Medium Manga ist eines, das in den letzten 20 Jahren eine riesige Entwicklung ähnlich der von Videospielen durchgemacht hat, weit bedeutender als die von Büchern oder Filmen. Anfang der 2000er standen die schwarzweißen Comicgeschichten aus Japan vor allem noch für stumpfe Action, einfache Bilder und anrüchige Darstellungen, mittlerweile ist der Manga als solcher ein popkultureller Brecher, dessen inhaltliche und genre-technische Varianz keine Grenzen kennt und der alle Altersgruppen an einen Tisch bringen kann. Ich beschäftige mich etwa seit meinem 12. Lebensjahr mit Manga, also Stand 2019 dreizehn Jahre. Eine stolze Zeit, in der ich behaupten kann unzählige Reihen und Geschichten in Mangaform gelesen zu haben - Viele waren gut, noch mehr in Ordnung, so manch eine war schlecht, aber Wenige, ganz Wenige, waren bedeutsam.

Bedeutsam für mich in einem Hinblick auf ihre Qualität, die weit über einen Unterhaltungswert hinausging und sich dem Begriff 'Meisterwerk' annäherte. Manga, die stellvertretend für ein ganzes Medium und somit eine ganze Kultur unter Beweis stellen, zu was dieses im Stande ist und welche Emotionen letztendlich aus schwarzweißen Papierseiten hervorgehen können. Manche dieser ganz
besonderen Serien sind so atypisch für das Medium 'Manga', das sie wirklich für jeden Menschen geeignet wären, manga-interessiert oder nicht, andere wiederum vereinen in sich alles, was eingefleischte Japanofans an ihrem Lesestoff schätzen und lieben. Ähnlich meiner Listen meiner persönlichen Top 11 von Filmen aller Zeiten und der meiner Top 11 von Spielen aller Zeiten habe ich mich vor geraumer Zeit hingesetzt und in einer langen, sehr langen Nacht alle aufgelisteten Manga, die ich je gelesen habe, grob sortiert und eine Vorauswahl getroffen. Ich kann ohne Zweifel sagen, dass die daraus entstandene Top 11 noch einmal ein ganzes Stück schwerer zu bilden war als die vorherigen beiden Listen. Wie auch Videospiele unterscheiden sich Manga derartig stark untereinander, dass sie manchmal schwer in Bezug zueinander zu setzen sind. Aber ich denke, es ist mir für meine persönlichen Präferenzen einigermaßen gelungen.

Die 11 besten Manga, die ich jemals gelesen habe, subjektiv
und sehr persönlich, bitteschön. Geeignet für Mangaveteranen und Neueinsteiger.


Nicht in die Top 11 geschafft haben es:
- One Piece (Zweifellos die beste Langzeit-Shonenserie, aber mit stark schwankender Qualität und oftmals anstrengendem Humor)
- Attack on Titan (Wegen Band 20+)
- I am a Hero (Das Ende der Serie zerstört den gesamten Manga rückwirkend)
- Girlfriends / Wir beide (Der beste Yuri-Manga überhaupt, keine Frage)
- Coelacanth (Ein Zweiteiler, der psychologisch zutiefst ergreifend und verstörend ist)
- Toradora (Eine der besten und sympathischsten Romance-Comedys)
- Franken Fran (Gänsehaut-Horror für Erwachsene. Fester Magen ist Lese-Voraussetzung. ERNSTHAFT!)
- Yotsuba&! (Eine der lustigsten und herzerwärmensten Geschichten die ich kenne.)
- Can you hear me? (Ein Einteiler, der eine wundervoll-subtile Romanze erzählt.)
- Nana und Kaoru (Eine mutige und intelligente Bondage-Romanze, die später leider abfällt)
- School Rumble (Der Manga einer ganzen Generation, tolle Mischung aus Comedy, hübschen Zeichnungen, guter Charakterenwicklung und Romantik)
- Love Trouble (Über weite Strecken eine sehr gute Mischung aus Romantik, Comedy und Fansevice. Die Nachfolgeserie ist Schund.)
- Love Cotton (Der bisher lustigste Manga, den ich je gelesen habe. Hat mich regelmäßig zum Heulen vor Lachen gebracht. Wäre Platz 12.)






Platz 11: Black Lagoon (2001, bisher 10 Bände)   

Wenn man Manga und Anime als gewaltverherrlichende Medien bezeichnet, in denen immer nur gemordet und geflucht wird, liegt man damit so weit wie nur möglich daneben. Im Falle von Black Lagoon ist man aber nah dran - Kein anderer Manga auf unserem Erdenrund widmet sich in bisher 10 Bänden derartig schonungslos, authentisch, emotional-verwahrlost, magenumdrehend und nihilistisch der Verkommenheit und Sinnlosigkeit unserer heutigen Gesellschaft, die in vielen Teilen der Welt von Gewalt, Drogen, Menschenhandel, dem Überleben des Stärkeren und skrupellosen Mafia-Clans beherrscht wird. Dabei ist die Gewalt hier aber alles andere als verherrlichend - Zwar gibt sich eine brachiale, grotesk-brutale Action-Szene nach der Anderen die Klinke in die Hand, wenn Titelheldin 'Two-hands' mit ihren Pistolen eine ganze Armee von Mafiosis oder Nazis niedermäht, doch am Ende des Tages wird immer wieder klar gemacht, dass es beim Töten keine Helden gibt. Es ist nichts Ruhmreiches daran, ein Verbrecher zu sein. Black Lagoon ist nicht Actionmanga, ist nicht Drama, ist nicht Horror, ist nicht Kriminalstudie, es ist irgendwie alles davon. Was diese Geschichte dem gereiften Leser jedoch nicht bietet, ist Hoffnung. Lasst alle Hoffnung fahren und betet. Zu wem auch immer. Wer sich mit einer existenzkrise-fördernden Erzählung über die finstereren Teile der Erde und einem Blick in die komplexen Strukturen krimineller Organisationen anfreunden kann, dem sei Black Lagoon wärmstens ans Herz gelegt. Dieser Manga ist der Einzige seiner Art und Klasse. Wenn es etwas gibt, das man Autor Rei Hiroe vielleicht vorwerfen kann ist es, dass die Geschichte mit Band 9-10 seit 5+ Jahren quasi im absoluten Stillstand ist und Fans noch immer vergeblich darauf warten, dass ein elfter band erscheint und die Geschichte vielleicht bald endlich in Würde beendet wird. Es wäre an der Zeit. Die Anime-Umsetzungen sind ebenso umstandslos zu empfehlen und haben ganz eigene Qualitäts-Spitzen hervorgebracht.





Platz 10: Elfen Lied (2002, abgeschl. in 12 Bänden)   

Versteht mich bitte in meinen folgenden, abwertenden Worten nicht falsch: Der Elfen Lied-Anime war nicht schlecht. Er beinhaltete einige der stilvollsten und ikonischsten Anime-Sequenzen der frühen 2000er Jahre, war unter Jugendlichen der unter vorgehaltener Hand geflüsterte Splatter-Geheimtipp, der mit schonungslos-brutaler Gore-Action einen neuen Meilenstein in Sachen Anime-Explizität setzte und galt als DAS krasseste Seherlebnis.

Und das unvorhersehbar ikonische, für alle Zeiten in die Ruhmeshalle der Erinnerungen eingegangene Opening, das in seiner Symbolik und Umsetzung nicht näher am Prädikat 'Perfekt' sein könnte, hat abertausende Zuschauer, ja ganze Chöre begeistert und inspiriert, es nachzusingen und zu verarbeiten. All das kann man der Anime-Umsetzung zugute halten. Das ändert leider nichts daran, dass die in mickrigen 12 Folgen adaptierte Serie nur die knappe Hälfte der zwölf Bände(Sechs in Deutschland) zählenden Vorlage umsetzt und auch das nur mit Einschnitten. Gerade dann, als die Story im Manga wirklich, WIRKLICH gut wird, endet der Anime. Noch schwerer wiegt, dass der Anime sich als Essenz das herausgepickt hat, was im Manga als störendes Beirauschen auftritt: Gewalt und Titten. Vor allem Titten.
Bedauerlicherweise ist der Anime das bekannte Medium. Jeder kennt den Elfen Lied-Anime. Niemand kennt den Manga. Das ist eine Schande. Denn dieser ist eines der prägenden Werke in der Entwicklung des Storytellings im Genre Manga der letzten 20 Jahre. Die unverhohlen biblisch-inspirierte Geschichte von einer neuen, der Menschheit überlegenen Mutantenrasse namens Diclonius, welche alles und jedes töten, das ihnen vor die unsichtbaren Fangarme kommt, beginnt als düstere Actionserie, baut sich Band um Band dramatisch auf und erreicht letztendlich epische und kolossale Ausmaße, nach denen sich Hollywood alle Finger doppelt lecken würde. Der Abschluss ist perfekt und damit eines der wenigen guten Manga-Enden, die den Leser vollstens dafür belohnen, diese Reise voller ausgearbeiteter, komplexer Charaktere, unterhaltsamer, grotesker Brutalität, düsteren aber ehrlichen Emotionen und dem Kampf zweier Spezies über die Vorherrschaft unseres Planet angetreten zu haben. Elfen Lied - Lest den Manga, wenn ihr 18 oder älter seid und euch nicht vor zerfetzten Gliedmaßen und einer üppigen Menge schwarzer Druckertinte scheut. 
Und lasst euch nicht von den Vorurteilen einschüchtern.




Platz 9: Confidential Confessions (2000, abgeschl. in 8 Bänden)

Wenn man darüber nachdenkt, eine Topliste seiner LieblingsMANGA zu erstellen, kommt man sicher nicht darauf, dass ein solcher dabei sein wird - Namentlich, ein Bildungsmanga. Doch wie ich schon sagte sind manche hier vertretene Geschichten einfach ganz und gar untypisch für das Medium, und ein solches Beispiel ist Confidential Confessions. Stellt es euch so vor: Wäre CC ein Buch, dann würdet ihr darin lesen, wie schlimm Drogen sind, dass Selbstmord doch keine Lösung sei und dass die sechzehnjährige Janin es bereut, sich prostituiert zu haben und dass sie es ganz bestimmt nie wieder tun wird. Wäre CC ein Film, handelte es sich dabei wahrscheinlich um eine kriselige Doku über Teenager und ihre Probleme, der euch im Unterricht gezeigt werden und euch ins Land der Träume befördern würde. Klingt alles nicht so spritzig, was? Vielleicht ist es manchmal eben so, dass bestimmte Dinge nur von Manga geleistet werden können. Confidential Confessions funktioniert meines Erachtens nach NUR in diesem Medium - Aber in diesem fantastisch. Es geht, wie bereits angedeutet, in jedem der Bände um mehrere Einzelgeschichten von zumeist weiblichen Teenagern, die mit verschiedenen Krisen und Problemen ihres noch jungen Lebens zu kämpfen haben - Das kann Selbstmord sein, das kann ein Stalker sein, aber ebenso Drogensucht, Mobbing, Leistungsdruck, Schönheitswahn, unerwiderte Liebe oder Sexuelle Belästigung. Ich weiß, das klingt alles unglaublich langweilig und abgedroschen, aber bitte, als jemand der tausende Manga gelesen hat: Wenn ihr euch auch nur im entferntesten mit aus der Realität gegriffenen, ungeschönten Erzählungen über Themen die uns ALLE betreffen anfreunden könnt, lest Confidential Confessions. Tut es. Tut euch den Gefallen, euch auf diese Erfahrung einzulassen. Ich habe CC vor vielen Jahren gebraucht bekommen. Was ich erwartet habe, war fremdschämig-bemühte Problematikbehandlung mit süßen Animemädchen, was ich bekommen habe waren ein paar der besten, authentischsten, bedrückendsten und zutreffendsten Behandlungen schwieriger Themen die ich bis dato erlebt habe. Ich empfinde Confidential Confessions als eine der wichtigsten auf deutsch veröffentlichten Mangareihen, noch heute hole ich immer mal wieder gerne einzelne Bänder heraus, um ein wenig darin zu blättern und mich deprimieren, aber auch motivieren und inspirieren zu lassen. Confidential Confessions ist ehrlich, es ist brutal, es ist deprimierend, aber es ist nicht ohne Hoffnung - Am Ende gibt es immer Hoffnung, wenn man sie nur zulässt. Wenn man dafür kämpft. Wenn man etwas zu ändern versucht. Nehmen wir als Beispiel die allererste Geschichte, die von einem Mädchen handelt, das sich mit einer Freundin umbringen will -
Die Gedanken der Protagonistin zum Thema Selbstmord am Ende der Geschichte sind unheimlich poetisch, stark, gefühlvoll, aber vor allem zutreffend und auf den Punkt gebracht wie es keine Lehrstunde beim Psychologen je könnte. Ich habe bis heute selten eine bessere Entlarvung der verklärten Romantik "Suizid" gelesen.  
Man löscht sich selbst einfach nur aus dieser Welt. 
Das ist Alles.  
Die Rede der Protagonistin aus Band 2 über Sexuelle Belästigung, was zwar ein etwas weniger universelles Thema für sämtliche Leser ist aber dermaßen feinfühlig und eindrücklich geschrieben ist, dass ich am Ende eigentlich jedes Mal wieder eine Gänsehaut habe und mit den Tränen kämpfe. Weil ich die Worte in Sprechblasen eines Manga lese. Das ist großes, unbestreitbares Autorenhandwerk. 

Confidential Confessions ist anders als jeder Manga den ihr bisher gelesen habt oder noch lesen werdet, es ist vergessen und unbekannt, aber es ist dieses eine Mittel, das man jedem in die Hand geben sollte, der von irgend einem der darin behandelten Themen betroffen ist. Es könnte eine Therapie sein. Pure Emotion, durch einfache Erzählungen. Bitte lesen.


Platz 8: Claymore (2002, abgeschl. in 27 Bänden)

Claymore galt für mich über lange Zeit als der beste Shonenmanga überhaupt. Mittlerweile sind viele andere, mannigfaltige Serien angerückt und haben diese Serie verdrängt, aber noch immer hat Noihiro Yagi's mittelalterliche Dämonensaga einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen als definitiv extrem individualistische und besondere Reihe, die nicht den ganz großen Ruhm erreichte, aber fast von Anfang bis Ende ein konsequentes Niveau hielt. In Claymore geht es um die titelgebenden Heldinnen einer ominösen Organisation, die Yoma genannte Dämonen töten, aus denen sie selbst zur Hälfte bestehen. Claymore zeichnet sich aus durch strategische und zeichnerisch hochwertige, variantenreiche Schwertkämpfe, in denen oftmals die kreativsten, vor raffinierten Ideen übertriefenden und ausgeklügelsten Kampftechniken zum Vorschein kommen und das Geschehen bestimmen, wo andernorts nur "RASENGAAAAN" gebrüllt wird. Anders als viele Manga oder allgemein Geschichten, die sich auf sehr wenige Hauptcharaktere konzentrieren, hat man hier davon im Laufe der 27 Bände mehr oder weniger über 50(!!). Und fast jeder davon bleibt einem im Gedächtnis, weil fast jeder davon gut geschrieben ist und sich trotz der einhaltlichen Rüstung der Claymore-Frauen genug von allen anderen Charakteren unterscheiden kann. Manche der Nebencharaktere in dieser Geschichte die vielleicht in fünf Szenen auftauchen wären bessere Protagonisten als die Haupthelden anderer Manga. Die Antagonisten sind wunderbar und teilweise fast genau so sympathisch und cool wie die Helden, wenn nicht mehr, oft wechseln Charaktere die Seiten oder müssen gegen die Eigene kämpfen, so dass man sich weit mehr als nur einmal fragt, für wen man denn jetzt eigentlich ist. Für den geneigten Freund wirklich spannender und gerade in der ersten Hälfte absolut unvorhersehbarer Schnetzelaction mit vielen Twists und einer ausgeklügelten Story ist Claymore genau das Richtige, mehr als irgendein anderer Titel hier. Claymore ruht sich dabei nie auf seiner Handlung aus sondern überrascht und schockiert den Leser immer wieder mit neuen Entwicklungen und Cliffhangern. Der Zeichenstil mag am Anfang gewöhnungsbedürftig sein, entwickelt sich aber über die ersten Bände und zum Ende hin zu einem der einprägsamsten und besondersten Optiken der oberen Mangariege. Und während Claymore zutiefst bemüht ist, jeglichen Klischees, abgestandenen Stereotypen, langatmigen Schablonenkämpfen und ähnlichem Tand über weite Strecken konsequent die Tür zu zeigen, sackt es in seinen letzten Bänden stark ab und begeht all die Fehler, die es zuvor so elegant gemieden hat, zugunsten einer übermächtigen und langweiligen Mary Sue-Antagonistin. Ohne dieses Fauxpas wäre die Serie weiter oben in den Top 11, aber lasst euch davon nicht abschrecken - Das Ende ist rund und der Weg dahin ein Hochgenuss. Action mit Niveau, das bekommt ihr hier. 



Platz 7: Death Note (2003, abgeschl. in 12 Bänden)


Nur auf Platz 7? Das hat den einfachen und schlichten Grund, dass der Anime das in jeder Hinsicht überlegene Medium ist - Selten genug, aber kommt vor. Ein großer Teil der Death Note-Cinematic, Symbolik und Dramaturgie kam erst im Anime dazu, der bei mir auf Platz 2 meiner Alltime-Anime steht. Aber hier geht es um den Manga - Kaum etwas gesagt werden muss zu diesem einschränkungslosen Meisterwerk, welches - ganz unabhängig von der eigentlichen Story - eine simple und dennoch phänomenale Idee in die Welt gesetzt hat, die seit seiner Entstehung im Jahre 2003 die Massen beschäftigt und dazu inspiriert, moralische Diskussionen und Sinnfragen zu stellen - 
Was, wenn du jemanden töten könntest, nur indem du seinen Namen aufschreibst? 
Ein Mord, nur quasi ohne das ganze Hässliche daran, das Mühsame, das von der Gesellschaft Verurteilte - 
Schreib einfach einen Namen auf. Eine raffinierte und hochspannende Idee, die sich in einer ebenso fesselnden, international bejubelten und zurecht angepreisten Story niederschlägt, die eine Menge 'Was würde ich tun' enthält. Death Note ist intellektuelle Mangakost auf dem höchsten Niveau, ein Comic auch für, aber nicht nur, belesene und hochintelligente Menschen, der sich mit den bis ins letzte Detail durchdachten und mitreißenden Gedanken-Duellen der Protagonisten Light und L als Shonenmanga ohne Kämpfe etabliert hat. Es gibt keine langweiligen oder zähen Parts, keine (unintentioniert!!) nervigen oder platten Charaktere, keine Klischees, keine Genre-Formeln, nur Spannung, mehrere Erzählebenen, eine subtil und sinnvoll eingebundene übersinnliche Komponente und diese eine, unschlagbare Idee eines Notizbuches, das töten kann. Death Note ist nicht seine Story, es ist seine Idee
Müssen wir uns am Ende nicht alle fragen:
"Würde ich für die Gerechtigkeit böse Menschen töten, wenn ich dazu nur meinen Kuli bewegen muss?
Der Manga und auch der Anime haben dafür natürlich eine klare Antwort, aber auch diese enthält keinen Holzhammer. Plus des Manga: Das Ende ist deutlich, DEUTLICH besser als das Alternative des Anime. Unbedingt lesen, falls ihr nicht schon den Anime gesehen habt.


Platz 6: Magister Negi Magi (2003, abgeschl. in 38 Bänden)

Für mich mit One Piece, Claymore und Medaka Box ein weiterer der besten Shonenmanga aller Zeiten und das als Geschichte, die alles andere ist als Shonen. Magister Negi Magi hat eine lange und undurchsichtige Geschichte hinter sich - 2003 begonnen als Nachfolgewerk zu Ken Akamatsus Ecchi-Comey-Klassiker Love Hina, den ich persönlich als allenfalls mittelmäßig empfand, war Negima vor allem eine konsequente Fortführung der Stärken Akamatsus - Ein zehnjähriger Lehrer einer Mädchenklasse von 32 Schülerinnen. Ein Fanservice & Comedy-Fest pur, mit magischem Einschlag. Eine krude Anime-Umsetzung folgte, die zwar mit gelungenem Soundtrack glänzte, in seinem Inhalt aber noch flacher daherkam als die Vorlage. Ein zweiter Anime folgte, der sich vollkommen vom Manga abschottete und ein ganz besonderes Kunstwerk darstellt, dem ich vielleicht irgendwann einen eigenen Beitrag widme. Es gab dann noch einen japanischen Realfilm, über den wir wirklich nicht zu sprechen brauchen. Negima war also zu einer gewissen Popularität gelangt, indem es seichten, lustigen Fanservice verkörperte. Bis dem Autor Akamatsu nach und nach auffiel, wie unheimlich viel Potential in seiner Geschichte steckt und er doch eigentlich Lust hätte, einen Shonen-Manga zu inszenieren. Also begann er etwa ab Band 10 mit einer Metamorphose, die schließlich in den Bänden 16 - 20 zum Abschluss kommt und Negima im völlig neuen Genre und Gewand dastehen lässt: Fantasy Shonen. Darin übt und trainiert Akamatsu sich fortan und wird besser, rapide und schnell, und bald wird klar, dass er einer der Besten in diesem Fach ist. Mit Band 38 kommt die großartige und facettenreiche Geschichte, die mittlerweile epische Ausmaße mehrerer Welten erreicht hat, zu ihrem Abschluss. Überwindet man in Negima die vor sich hintröpfelnde Barriere der ersten paar Bände, erwartet einen ein schwer vergleichbares Fantasy-Scifi-Epos mit Schlachen-Spektakel und begeisternd kreativen, fühlbaren und mitreißenden Kämpfen, die sich signifikant vom Shonen-Standard unterscheiden weil Akamatsu eben kein typischer Shonen-Autor ist. Die breitgefächerte Palette aus am Ende ebenfalls weit mehr als 50(!!!) interessanten und cool designten Charakteren begleitet einen durch die Geschichte, jeder mit eigenen, fantastischen Fähigkeiten. Da sind auch die stets spannenden Antagonisten keine Ausnahme. Tatsächlich wird die überaus komplexe und ominöse Story in den letzten zehn Bänden aber derartig verkopft, dass am Ende sämtliche Fragen offen bleiben und der Abschluss mehr als überhastet und unbefriedigend auf den Leser wirkt - Eine mögliche Schwäche, die mit der Nachfolgeserie UQ Holders, die auch ich momentan durchgehe, vielleicht getilgt wird.

Magier Negi Magi - Ein großer Geheimtipp im Battle-Genre, der mit detailverliebter und durchdachter Fantsy-Welt mit unzähligen tollen Elementen und brachialen Kämpfen besticht. Negima ist per se kein must read - Man verpasst nichts, wenn man sich die 38 Bände nicht einverleibt. Lässt man sich auf diese lange Reise allerdings ein, wird man dafür garantiert mit der Beziehung zu vielen, liebenswerten Charakteren belohnt.

+ War mein erster Manga überhaupt, in einer Bahnhofshandlung. Habe mit Band 17, 18 und 19 begonnen und erst später die Früheren hinzu gekauft.


Platz 5: Medaka Box (2009, abgeschl. in 22 Bänden)

Medaka Box war ein Flop. Das muss ich zuerst sagen. Der Manga lief bis zu seiner Beendigung in Japan nur mittelmäßig, weswegen er auch nie zu uns nach Deutschland oder auch nur nach Amerika kam. Die einzige Möglichkeit, ihn in englisch zu konsumieren, ist... nun ja, das Internet. Nicht zuletzt deswegen kennt kein Mensch Medaka Box. Es ist DER Geheimtipp dieser Liste, denn für mich ist Medaka Box - Persönlich noch vor One Piece - Der beste Battle-Manga aller Zeiten.

Für seine Erfolglosigkeit gibt es für mich vor allem zwei mögliche Begründungen - Die Erste ist, dass der Anfang äußerst schwach und unspannend daherkommt. Autor Nisioisin wusste offensichtlich erst nach zwei guten Dutzend Kapiteln so langsam, wo er mit der Geschichte hinmöchte, und diese sind mehr oder weniger altbackene Schulgeschichten, für die man Sitzfleisch braucht. Viele brechen hier ab. 
Das Zweite ist der Fanservice, der einem den Eindruck vermittelt, es ginge hier nur um Brüste und Höschen. Es ist schwer, Außenstehenden oder Skeptikern zu erklären, warum Medaka Box ein so bedeutendes Werk für mich darstellt. Vielleicht ist das Meiste getan, wenn ich verrate: Medaka Box ist allen voran eine Parodie und konsequente Satire auf das komplette Shonen-Genre und, oft genug, das ganze Medium Manga. Das Brechen der vierten Wand, bewusstes Ausnutzen und Aushebeln sämtlicher bekannter Genre-Klischees und Konventionen, Überspitzen dagewesener Plots in neuem, herrlich-bescheuerten Ausmaß und das Brillieren in vielen Genres wie Romance, Comedy, Drama, Action und Mystery gehören hier zur Tagesordnung. Medaka Box macht es sich zudem zur Aufgabe, neben der titelgebenden Protagonistin Medaka, welche eine meiner drei liebsten weiblichen Mangafiguren aller Zeiten darstellt und die eine legitimierte, hochunterhaltsame Mary Sue ist, in quasi jedem neuen Handlungsarc des Manga dutzende frische, gnadenlos durchgeknallte, durchgestylte und zum Brüllen komische, coole Charaktere rauszuhauen, die einfach nicht langweilig werden. Am Ende des Manga hat man weit über 100(!!!!!!!!!!) Charaktere kennengelernt, von denen viele - Ihr ahnt es - auch einen eigenen Manga verdient hätten, einfach weil sie so gut und unterhaltsam ausgearbeitet wurden. Nisioisin gelingt es hier, viele einprägsame Charaktere zu erschaffen, wo andere Shonenmanga schon an nur einem einzigen sympathischen Protagonisten scheitern. Die grenzen zwischen Helden und Antihelden sind fließend - Viele wechseln öfter die Seiten, so dass man auch mit Fanservice nicht spart und bis zum Schluss von allen vorkommenden Personen etwas hat. Auf eine große oder komplexe Story verlässt man sich gar nicht erst, stattdessen ist man ehrlich und konzentriert sich voll auf die Charaktere und ihr grenzenlos kreatives Geschlachte untereinander, das bar jeder Zurückhaltung oder Logik funktioniert und sich dennoch regelmäßig ganze Kapitel Zeit nimmt, um die Strategien dahinter zu erklären. Es werden hier Tropes zur vollen Blüte gebracht, die in weltbekannten Geschichten wie Naruto oder One Piece entweder nie eine Rolle gespielt haben oder rettungslos vergeigt wurden - Liebe unter Protagonisten. Emotionales Weinen. Ernsthaftigkeit und Slapstick unter einem Hut. Glaubwürdige und liebenswerte Antagonisten. Großartige Antagonisten - Da gibt es eine Verkörperung des Mary Sue-Tropes, die in einer Welt, in der gemeinhin jeder Charakter eine einzige Fähigkeit besitzt, sechzehn Quadrillionen davon hat und jederzeit neue hinzufügen kann. Die sich rühmt unsterblich und älter als das Universum zu sein. Und die dennoch nie ungewollt übermächtig oder nervig wirkt. Nein, ernsthaft.

Denn ihr Verhalten und ihre Fähigkeiten sind unglaublich ideenreich. Und das ist das, was man bei Medaka Box neben der Meta-Natur und den vielen funktionierenden Genres hervorheben muss: Der Manga ist eine Bühne für Freaks, die gegeneinander kämpfen dürfen. Nicht viel mehr und nicht weniger. Der schiere Ideenreichtum der immer wieder auftauchenden Fähigkeiten aber sprengt jeden Rahmen und übertrifft - Darauf schwöre ich euch Stein und Bein - Jeden anderen Manga und jede andere Geschichte, die ihr je gelesen habt. Das Ende der 22 Bände ist wiederum eines der rundesten und befriedigendsten, die ich im Shonen-Segment bisher gelesen habe und damit bleibt Medaka Box nur der zähe Anfang anzukreiden. Ein Meisterwerk des Battlegenres. Vergesst Nurudo.



Platz 4: Spice & Wolf (2007, abgeschl. in 16 Bänden)

Spice & Wolf ist die Leselektüre für ältere oder reifere Leser. Für solche, die sich mit einer heißen Tasse Tee abends vor den Kamin oder auf den Sessel flenzen und entspannen möchten. Weniges ist beruhigender, als nach einem harten Tag durchzuatmen und in dieser Geschichte zu blättern. Lasst euch von Holos Design nicht täuschen: Das ist kein Manga über Fanservice oder ein niedliches Wolfsmädchen. Ganz im Gegenteil - Es ist eine im europäischen Mittelalter angesiedelte Reise eines Händlers und einer Erntegöttin, die sich vor allem mit schweren Themen wie den damaligen Währungen und deren Wert, den Handelskursen, Warenlogistik und ganz allgemein dem Händlertum beschäftigt, dabei aber alles wunderbar entsapnnt und gut verständlich herüberbringt. Was die Geschichte auch nicht vermissen lässt ist wundervolle Comedy und eine Menge subtiler Romantik in den Zwischentönen - Die beste Romantik. Ich weiß ich werfe in meinen Bestenlisten mit Superlativen um mich, aber Spice & Wolf ist die beste Romanze der Welt. Meiner Welt zumindest. Das bezieht sich weniger auf den Manga als mehr auf die zugrunde liegende Romanreihe, welche dieser Manga adaptiert hat. Nirgendwo sonst durfte ich je mitbekommen, dass zwei so intelligente, weise, verschlagene Charaktere derartig komplexe Wortgefechte und Gedankenspiele miteinander austragen, sich gegenseitig herausfordern und ausbooten und dabei so vieles nie gesagt, sondern nur angedeutet wird, damit der Leser aktiv selbst gefordert ist. Und die Romanze, die sich zwischen Protagonist Lawrence und Göttin Holo bildet, ist unglaublich, unglaublich subtil und unkitschig. Um das zusammenzufassen folgender Fakt: In weit mehr als 10 Bänden der Novel und auch des Manga werden kein einziges Mal die Worte "Ich liebe dich" verwendet. In der Novel spricht Holo sogar lange Zeit kein einziges Mal den Namen des Protagonisten aus. Aber zurück zum Manga - Mit seinen 16 Bänden konnte er die 17-bändige Romanreihe natürlich nicht 1:1 adaptieren, das war aber auch gar nicht das Ziel: Originalautor Isuna Hasekura selbst kümmerte sich darum, dass die Ereignisse des Originals in eine neue Reihenfolge gebracht und die Handlung auf andere, gekürzte Weise erzählt wird, ohne dass etwas verloren geht. Es ist wie eine Art alternatives Universum zur Vorlage und bietet somit für Neueinsteiger als auch Novelleser einen Mehrwert. Mittlerweile habe ich beides konsumiert und kann den Manga als potentiellen Einstieg in die Novel nur empfehlen - Die tiefgehende, intellektuelle Verbindung zwischen den Protagonisten kommt hier zwar weniger zu tragen, dafür aber umso mehr die emotionalen Momentente, die wunderbaren, detailverliebten und träumerischen Zeichnungen, die herrlich unverbrauchte Romantik und auch der wirklich herzerwärmende Humor. Holo ist ebenfalls eine meiner drei liebsten weiblichen Manga bzw. J-Figuren überhaupt, weil sie vermutlich die weiseste, verschlagendste, intelligenteste und abgebrühteste Figur ist die ich kenne. Gegen sie kommt in einem Geistesduell einfach nichts und niemand an. Wollt ihr einen mittelalterlich-tiefenentspannten Manga, der abermals so ganz anders ist als das Medium es normalerweise vorgibt, dann greift hier zu. Die Anime-Umsetzung ist eine schändliche Katastrophe vor allem deswegen, weil sie die Stimmung und Eigenarten der Original-Charaktere vollkommen verfehlt. Unbedingt meiden.  



Platz 3: Gunslinger Girl (2002, abgeschl. in 15 Bänden)

Gunslinger Girl war nach Negima mein zweiter Manga überhaupt, und dem Mangagott sei's gedankt, ich hätte es nicht besser treffen können. Gunslinger Girl ist, und ich meine das wirklich so wie ich es sage, die Poesie des Lebens. Das klingt dick aufgetragen, aber wer hinter dem Plot eine fetzige Actiongeschichte erwartet, der wird sehr bald überrascht werden. Der Manga handelt von jungen, verunglückten oder verwaisten Mädchen, die von einer italienischen Anti-Terror-Behörde zu konditionierten Cyborgs umfunktioniert und auf das emotionslose Töten gedrillt werden. Viele reißerische Geschichten beginnen mit einer solchen Ausgangslage, Wenige nehmen den Weg, für den Yu Aida sich entschieden hat. Gunslinger Girl ist ein verlorener Klassiker, dem die große Bühne verwehrt blieb, weil sein Inhalt bedrückend, verstörend, fordernd und gewissermaßen auch anspruchsvoll ist. Nicht nur beschäftigt sich die Handlung immer wieder vorrangig mit den politischen und sozialen Verflechtungen und Scharmützeln des geteilten Italiens, sie legt die Handlung auch, weit weg von Geballer und Action, auf die kleinen Mädchen, deren Psyche, deren traumatische Vergangenheit, deren Tragik. Ebenso wichtig ist die Rolle ihres sogenannten Fratellos('Geschwister') also einem erwachsenen Agenten, der als Bezugsperson eines jeden Mädchens dient. Auf diese Bezugsperson werden sie gedrillt und konditioniert und nur allzu oft innerhalb der Geschichte verschwimmen die Grenzen von gewolltem Gehorsam und problematischer Liebe auf eine Weise, die luftabschnürender und herzzerreißender nicht sein könnte. Gunslinger Girl ist ein gedrucktes Beispiel dafür, wozu Manga in der Lage sein können, wirklich in der Lage sein können, denn sie erreichen eine poetische, soziale, emotionale und politische Tiefe die in diesem Medium ohnesgleichen ist. Eine erdrückende Hoffnungslosigkeit, fest verankert in unserer europäischen Realität, nicht aber ohne Hoffnung. Ein Widerspruch? Vielleicht. Aber gerade in den letzten Bänden, in denen meine Finger verkrampft und meine Lippen aufeinandergepresst waren, konnte ich kaum einen Atemzug tun vor Spannung. Ich habe geweint, ich habe gelacht. Und ja, ich zücke die Karte erneut - Gunslinger Girl ist ein Meisterwerk. Selbst jemand, der nie auch nur irgendwann wieder etwas mit Manga zu tun haben will, sollte dieser Geschichte eine Chance geben - Wenn er die nötige emotionale Gefestigtheit mitbringt.

Die Anime sind deutlich bekannter, und während Staffel 1 noch eine halbwegs gute Arbeit darin abliefert, die Stimmung der Vorlage zu adaptieren und solche oder solche ikonischen, überragenden Szenen hinzuzufügen, ließ man diese Bemühungen bei Staffel 2 zugunsten eines eingängigeren, massenkompatibleren Stils fallen. Wollt ihr mit dem Anime anfangen guckt S1 und wechselt dann zum Manga. 


Platz 2: Gute Nacht, Punpun! (2007, abgeschl. in 13 Bänden)

Punpun ist ein großes, sehr großes Thema, dem ich sobald ich mich dazu ermutigen kann nochmal einen eigenen, sehr langen Beitrag widmen werde. Punpun ist kein Manga, vergesst die Tatsache, dass diese Geschichte auf schwarzweißen Seiten erzählt ist, oder dass sie aus Japan kommt. All das spielt überhaupt keine Rolle, vielmehr ist Punpun eine Erzählung des modernen Lebens in unserer heutigen Gesellschaft und der Freiheit, die diese mit sich bringt - Aber können wir mit dieser Freiheit überhaupt umgehen? Nie hat mich eine Geschichte mehr betroffen gemacht, mich im einen Moment in tiefste Traurigkeit versetzt nur im mich im nächsten Strahlen zu lassen. Es geht um den kleinen Vogel Punpun, der im heutigen Japan mit einem gestörten Elternhaus aufwächst und den wir bis ins Erwachsenenalter begleiten werden. Dabei spinnt Inio Asano von der allerersten Seite an ein hyperrealistisches, verstörendes, abstoßendes, faszinierendes Konstrukt, das wir alle selbst aus verschiedenen Phasen unseres Lebens kennen und das vor allem durch die Perspektive des kleinen Punpun an Authentizität gewinnt. Dabei hat man in den ersten Bänden noch überhaupt keine Vorstellung davon, wohin die Reise gehen wird und jede Information darüber ist zu viel gesagt. Doch die schonungslose Eskalation, die später stattfinden wird, ist beispiellos zerstörerisch und doch nur allzu realistisch. Die Themen, die hier verarbeitet werden, sind jenseits von morbide und über viele Seiten war es für mich so, als hätte der Autor Punpuns Gedanken direkt aus meinem eigenen Kopf gezogen. Gute Nacht, Punpun ist kurz gesagt Kunst. Mehr als jeder andere Titel in dieser Liste. Moderne, nüchterne Kunst, die ein Bild zeichnet von einer gestörten Generation die nicht weiß wohin mit sich im Leben und einer kaltschnäuzigen Gesellschaft die sich Psychopathen heranzieht. Ihr merkt schon ich bleibe sehr kryptisch, aber das ist hier auch unbedingt wichtig. Es gibt absolut gar nichts, mit dem Punpun sich vergleichen lässt und es ist eine Reise, die jeder selbst erleben muss. Aber Vorsicht: Habt ihr mit etwaigen psychischen oder emotionalen Problemen zu kämpfen rate ich dringend von der Lektüre ab. Andernfalls, bitte nur lesen wenn ihr wirklich fatalistische, anstrengende und belastende Stoffe abkönnt. Exzentrisch trifft es auf den Punkt.

Der einzige Grund, warum Punpun als das eindrücklichste, verstörendste und bewegendste Mangawerk das ich je konsummiert habe nicht auf Platz 1 gelandet ist, ist dass es sich Füllmaterials in Form einer für die Handlung vollkommen irrelevanten Sekte bedient, die nur dazu da ist, Abwechslung für den Leser zu schaffen. Dies sagte der Autor in einem Interview selbst. Die 13 Bände hätte man ohne diese äußerst anstrengenden Parts auf 10 - 11 herunterbrechen können. 




Platz 1: A Lollypop or a Bullet (2010, abgeschl. in 2 Bänden)

Während Punpun mit seinen 13 Bänden und seinem Hyperrealismus das aufs Ganze gesehen deutlich ergiebigere und stärkere Werk darstellt, wird A Lollypop or A Bullet durch seine enorme Kürze und Kompaktheit nicht von irgendwelchen Fillern oder Streckseiten getrübt - Jede einzelne Seite in den beiden Bänden ist perfekt eingesetzt, es kommt für keinen Moment Langeweile auf und ich würde nichts, aber auch nichts an der Geschichte ändern wenn ich könnte. Darum hat es einen leichten Vorsprung vor Platz 2.

"If there's a more beautiful and pure thing than the friendship between two girls, mankind didn't find it yet."
A Lollypop or A Bullet ist ein weiterer Geheimtipp, den heute kein Mensch mehr kennt. Damals als extremes Risiko zu uns gebracht verkaufte der Zweiteiler sich gut, aber nicht gut genug für einen Nachdruck. Ich sah den ersten Band im Laden und das beinahe monochrome, für den Mangamarkt extrem ungewöhnliche Cover erregte meine Aufmerksamkeit. Während ich die beiden Cover noch heute zu den schönsten überhaupt zähle, ist es vor allem die Geschichte und ihre Charaktere, die mich begeistert haben:  
Nagisa Yamada lebt auf dem Land und ist gelangweilt von ihrem ereignislosen Leben. Bis eines Tages das Mädchen Mokuzo Umino in ihre Klasse kommt und sich direkt als Meerjungfrau aus dem Meer vorstellt. Mehr kann und sollte ich nicht sagen, denn es ist wohl klar, was passiert - Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen beiden Mädchen. Eine Freundschaft, die viele Widrigkeiten und Probleme zu überstehen haben wird. Es ist eine sehr kleine, sehr erwachsene und wirklich melancholische Geschichte über abermals äußerst prekäre und schwierige Tabuthemen, um mal nicht zu viel zu verraten. Dabei sind wir vor allem im ersten Band die ganze Zeit bei Nagisas Perspektive und fragen uns genau wie sie: "Was ist nur mit dieser Mokuzo? Warum ist sie so komisch und was hat es mit dieser Meerjungfrauensache auf sich?" Natürlich glaubt Nagisa ihr nicht, dass sie aus dem Meer kommt, aber die Hinweise häufen sich und auch wir als Leser können uns nicht frei von der Tatsache machen, dass wir es nicht WISSEN - Es ist bis zu einem sehr späten Zeitpunkt nicht klar, worum es in dieser Geschichte eigentlich wirklich geht. Dabei lohnt sich mehrmaliges Lesen schon alleine dadurch, dass hervorragendes, wundervolles Foreshadowing betrieben wird und uns wie auch Nagisa an einem bestimmten Punkt die Scheuklappen von den Augen fallen und wir alle Puzzelteile verbinden. Es ist ein beispiellos emotionaler und niederschlagender Moment, wie es auch der ganze Manga ist - Melancholie. Tiefe, undurchdringliche Melancholie und die Schwere, anders zu sein. Liebe nicht zu verstehen. Gefangen zu sein. Selbst in den scheinbar heiteren Momenten wohnt den Szenen ein bedrückendes Gefühl inne, das sich bis zum Schluss nicht lösen wird. Außerdem schwingen gerade im zweiten Band Untertöne eines Psychothrillers mit, die Mysterien und Zwischenfälle aufwerfen, auf die wir unsere eigene Antwort finden müssen. 

Das Ende, um darauf zu sprechen zu kommen, war der erste Moment in einem Manga, der mich wirklich zum Weinen brachte und mich noch für lange Zeit beschäftigte. Es ist eines der schwersten Enden die ich je herunterschlucken musste und noch heute bekomme ich eine Gänsehaut und feuchte Augen, wenn ich die beiden Bände wieder aufschlage. Eine tiefgehende, poetische Emotionalität findet auch hier in höchster Sterilität statt und entlässt den Leser nach einer kurzen aber wunderschönen Reise mit einem kleinen, leisen Funken Hoffnung. 

Lollypop or a Bullet oder auch - Freundschaft ist wundervoll








 

Brauchte ich für das Schreiben der Film,- und Spielelisten jeweils einige Stunden, kostete diese hier mich fast eine Woche. Es liegt wohl darin begründet, dass Manga im Gegensatz zu den vorher genannten Medien weniger bekannt sind und ich mich mehr berufen fühle, etwas dazu zu erzählen, was aus dieser Aufzählung nun doch eher eine Reihe Mini-Reviews gemacht hat. Ich hoffe sehr, dass man mir das Nachsehen kann und hoffe fast noch mehr, dass der ein oder andere Titel dabei ist, den ihr noch nicht kanntet und dem ihr eine Chance geben werdet. Die hier niedergeschriebenen Manga repräsentieren für mich die einzigartige und riesige Entwicklung, welche dieses Medium in den letzten Jahren beschritten hat und ich freue mich darauf, ihr auch in Zukunft noch beizuwohnen und zuzusehen.

Vielen Dank.

- Yoraiko