Freitag, 13. März 2020

Kingdom Hearts III Geheimer Spielbericht Part II - Ambivalente Welten



Yoraiko's geheimer Spielbericht 3

Herzlich Willkommen zurück. Mittlerweile ist die Frozen-Welt gefallen. Außerdem habe ich nochmal über den Toy Story-Boss nachgedacht, und der ist wirklich gar nicht meins. Er repräsentiert für mich sehr gut dieses polierte und geleckte, aber seelenlose und austauschbare neue Design, das die Weltenbosse in Kingdom Heart III innehaben. Keiner davon ist ein BeautyAndTheBeast oder TheLionKing-Boss wie aus Teil 2. Die bisher einzige Ausnahme mit Einschränkungen, die ich für mich daraus ziehen würde, war der letzte Frozenboss. Er war auch nicht sonderlich erinnerungswürdig, optisch aber so überwältigend inszeniert, dass ich darüber hinwegsehen kann.

Natürlich konnte ich auch die Komplexität in der Umgebungsgestaltung Toy Storys wertschätzen.

Der falsche Spieltrailer bzw. die FF15-Kopie am Anfang der Welt hatte mich vollkommen irritiert und ich recherschierte sofort, ob es das tatsächlich gibt. Ein Spielzeugladen in einem Videospiel verlangt nach Referenzen und dem wurde nachgekommen. Die Puppe war ein interessanter Boss. Und ich mochte, wie weitläufig die Areale waren.

Nun aber zur Frozenwelt. Während Tangled mich sehr positiv überraschte und mich wieder in gute Gefühle gebracht hatte, war Frozen die bisher größte Enttäuschung und hat mich verständnislos, frustriert und auch ein Stück weit angeekelt zurückgelassen. Hier läuft alles zusammen, was in Kingdom Hearts(3) falsch läuft. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich schreibe, dass Frozen eine der schlechtesten Welten des ganzen Franchise für mich war. Und ich KANNTE den Film. Möge der Herr Gnade zeigen mit den armen Seelen, die dies nicht von sich behaupten konnten.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, deswegen nehme ich das Positive, denn dazu gibt es nicht viel zu sagen. Die Grafik war stellenweise wahnwitzig-gut und fast auf Niveau des Films. Dass man Michelangelo, wie ich den Eistitanen getauft habe, in die Party bekommen hat, war ein witziger Fanservice. Und Larxene war das mit Abstand beste Element für einen Fan der Organisation, es ist schön sie wieder zu sehen und sie ist immer noch ungebrochen unterhaltsam. In vielen Momenten ist sie der Spieler, bricht beinahe schon die dritte Wand, und ich mag es sehr ihr zuzuhören. Unverschämt und WhoGivesAFuck. Ich hoffe wirklich, sie wird am Ende nicht wie in Teil 2 einfach mit einem kurzen Kampf weg geschreddert. Wenn sie nicht zeigt, dass Niemande Persönlichkeit haben können, wer dann?

Der Rest ist nicht so positiv. Der Welt fehlte jede Kohärenz. Während Tangled sinnvoll zusammengeschrumpft war, funktioniert diese Welt weder für Kenner des Filmes noch für Neulinge.

- Eine nordische Eiswelt bietet große grafische Möglichkeiten. Aber was bekommen wir stattdessen? Graublaue, düstere und gleichförmige, langweilige Schneelandschaften. Und ein matschiges, düsteres, uniformes Schneeschloss. Welches auch nur wegen Larxene da ist. Danke, Square Enix. Aber der Höhepunkt ist, dass wir in einer Frozenwelt kein Arendelle sehen oder betreten können, das ist ja wohl eine Unverschämtheit. So viel Faulheit muss man sich auch erst mal leisten können. Der einzige Ort, der nach etwas mehr aussah, war der Eistropfenwald.

- Wir bekommen Elsa nicht in die Party, was sich mit ihren Eiskräften doch so sehr angeboten hätte. Stattdessen wird ihre Handlung wie auch schon in Tangled an Sora&Co. vorbei erzählt und sie zur Nebenfigur degradiert. Ich hatte mich darauf gefreut mit ihr kämpfen zu können, Pustekuchen. Stattdessen gibt es den Eisklotz. Schwacher Trost. Nicht mal der Boss wird Elsa, sondern... 'irgend ein Typ'.

- Wenn man den Film nicht kennt, hat man absolut gar keine Ahnung, was zu irgendeinem Zeitpunkt passiert. Während das Weglassen der Trolle ganz selbstverständlich und nachvollziehbar ist sind die meisten Szenen wirr zusammen geschnitten, Sora & Co. müssten eigentlich die ganze Zeit Fragezeichen über ihren Köpfen haben und die Handlung ergibt keinen Sinn. Sora kennt Elsa seit einer Stunde und brüllt etwas wie "Elsa würde sich niemals der Dunkelheit hingeben!!",ein Mann(Hans)trägt Elsa und wird sofort als böse identifiziert. Wie? Und was war denn bitte das mit 

Do you want to build a Snowman? Anna quatscht da PERMANENT drüber und dann brechen sie den song einfach nach 1/3 ab? WAAAAAAAAAAAAS?!
Was sooooll daaaas?! Spiele ich hier eine Techdemoooo? Wir wissen nicht wer Hans ist, dass Christopher Gefühle für Anna hat, es gibt keine Chemie zwischen den Protagonisten und den Disney-Helden. Wir verstehen nicht, warum Anna am Ende lebt, oder warum sie überhaupt graue Strähnen hatte. Ich könnte noch weitermachen, aber es ist ja bekannt, was ich meine. Und ich bin noch nicht wieder zurückgekehrt aber EIGENTLICH müssten ja jetzt alle Gebiete neu sein, ohne Schnee und Eis, richtig? Da bin ich ja mal GESPANNT...

- Die Minispiele waren in klassischer Kingdom Hearts-Manier nervig und aufdringlich. Während ein Freund von mir das Suchspiel nach Olaf mochte, konnte ich dem nichts abgewinnen. Die Szenen waren witzig, aber so was habe ich in diesem Franchise schon zu oft gesehen. Das Lawinen-Weich-Den-Beams-Aus-Spiel dagegen war für uns beide unfair und frustrierend, weil man wenig gegen die Laser ausrichten kann und das Spiel absolvieren MUSS!!!!!! damit es weitergeht.

- Let it Go. Was sollte das denn? Selbstverständlich habe ich mich erst mal gefreut, weil die Grafik so wahnsinnig gut ist, aber sie hatten hier die Chance, neue Kameraeinstellungen und Perspektiven zu zeigen, stattdessen übernehmen sie das Original 1:1 Frame per Frame. So ist es nur ein Let it Go in nicht ganz so schön. Hier wollte man wohl die Grafikfaust hervorholen, was für mich kaum Effekt gezeigt hat. Eine flache Kopie und eine verpasste Chance.

- Die Welt war langweilig und zäh. Und warum wird so einen Wirbel um eine Göre gemacht ,nur weil sie Eisga beherrscht bzw. nicht beherrscht?


Noch etwas: Martial Arts-Aqua zu sehen hat mich etwas besänftigt. Wenn ich sie nicht spielen können werde, überlege ich ernsthaft, meine Retail-Version des Spieles zu verbrennen und das aufzunehmen.

Anscheinend sind die Disneywelten in Kingdom Hearts 3 
Hit or Miss, darum werde ich von diesem Debakel nicht auf das ganze Spiel schließen, aber es hat mich sicher nicht euphorischer gemacht. Das Eis-Schloss im Space vorher habe ich übrigens einfach umflogen  Die Weltkarte an sich mag ich schon ganz gern, nur der letzte Funke ist noch nicht ganz übergesprungen.

Ich hoffe, es wird nun bald wieder besser. Mir ist über unseren Blondschopf in Schwarz wieder klar geworden, was für ein großer Fan der Organisation XIII ich doch bin und wie sehr ich mehr mit ihnen sehen möchte. Da liegt meine Haupterwartung für die Story des Spiels.
Yoraiko's geheimer Spielbericht 4


Vor einiger Zeit habe ich KHIII weitergespielt. Das Erlebnis bleibt wenig überraschend durchmischt. Ich bin nun in Big Hero Six angekommen. Ich gehe chronologisch und in Positiv so wie Negativ geteilt auf meine Eindrücke ein, falls das jemand lesen möchte.

- Was geht denn da mit Ratatouille ab. Was geht denn mit Sora ab. What the fuck. Ich musste das kurz mit einem Freund verbalisieren, als ich in dieser Mnispielsammlung angekommen war: Das ist Kingdom Hearts 3, das dramatische Finale der Xehnaort-Saga, Aqua verrottet seit Jahrzehnten in der Finsternis rum, die Anderen müssen auch noch gerettet werden, Organisation XIII ist uns ständig auf den Fersen und setzt schon neue Machenschaften um, wir müssen verhindern, dass die Schlüsselschwertkriege ausbrechen und die Welt untergeht aber stattdessen BEREITEN WIR EIER UND FLEISCH ZU!!!!!! 
Jesus Failking Christ.

Dass Sora bisher jede Ernsthaftigkeit fehlt ist ja eine Sache, aber das ist schon jenseits von absurd. In der einen Cutscene schwört er noch, Aqua, Venus und Roxas zu retten und dann hilft der werdende Schlüsselschwertmeister und Held einer Ratte in der Küche aus während Aqua um ihr Leben kämpft. Toll, ganz großartig, das ist der content für den ich Kingdom Hearts 3 gekauft habe. Das ergibt absolut Sinn. Die Minispiele sind ganz lustig, versteht mich nicht falsch. Aber was spiele ich hier gerade?

- Die WinniePuh-Welt schließt sich dem auch gleich an. Ich muss sagen, dass ich die schon in den bisherigen Teilen nie mochte, vor allem in Teil 2 mit den nervtötenden Minispielen war sie eine Belastung. Diese WinniePuh-Welt hier aber war ein schlechter Witz... nur eine Map, und alles was man macht ist dieses Perlen-Handyspiel in verschiedener Variation zu daddeln. Geht es eigentlich noch fauler und unverschämter? Natürlich helfen wir gerne bei der Gartenarbeit, um Aqua und Xehanort sollen sich doch die Anderen kümmern.

Diese beiden Eindrücke haben so die Tatsache bestätigt und in Stein gemeißelt, dass Square Enix trotz der ernsten Geschichte und dem Climax-Status von KHIII das Spiel nicht vollkommen ernst und zielgerichtet haben möchte, man will immer noch die Ausgelassenheit, die Zerstreuung und die Leichtherzigkeit, um auch möglichst viele Personengruppen abzuholen. Das funktioniert für mich leider nur sehr bedingt nach innerer Logik...

+ Die Micky Maus-Eastereggs sind wirklich sehr kreativ versteckt. Es ist nur Sammelsurium, aber es macht Spaß sie aufzuspüren.

- Natürlich ist die Frozenwelt unverändert gefroren. Aber noch unfassbarer ist, wie alle NPCs einfach vor dem Eis-Schloss abgestellt wurden, das man genau wie Arendelle nicht betreten kann. Das ist ja unfassbar. Wie in einem schlechten Indiegame. Je länger ich über diese Welt nachdenke desto wütender macht sie mich, aber ich finde es befriedigend, dass jeder, wirklich jeder der KHIII gespielt hat diese Welt hasst.

Auf die Fluch der Karibik-Welt hatte ich nur sehr wenig Lust. In KHII hat mir Fluch der Karibik überhaupt nicht gefallen, was vor allem an der signifikanten Stilkluft zwischen realistischen Menschen und SoraDonaldGoofy liegt. Das war auch hier wieder der Fall, und das leere Wüstengebiet hat mich wenig euphorisch gestimmt. Nachdem ich nun mit der Welt fertig bin muss ich das größtenteils zurückziehen. Für mich ist es nach Tangled die zweitbeste Welt.

+ Mit Luxord konnte ich in Kingdom Hearts II nicht viel anfangen, er war für mich der blasseste aller Niemande. Jetzt in Teil 3 ist zwar optisch etwas Ungutes mit seinem Gesicht passiert, aber er bekommt deutlich mehr Tiefe und ist sogar kritisch der Organisation gegenüber, das finde ich spannend. Außerdem wirkte er über den Kurs der Welt sehr 'vernünftig', und ich hoffe, dass aus all dem etwas gemacht wird.
- Das Flug-Minispiel empfand ich am Ende eher als nervig denn spaßig. Ich weiß nicht mehr ganz genau warum, da es schon etwas her ist, im Grunde ist es aber so, dass einem mehrere mögliche Ebenen (Wasser, Schiff, Luft, ..) vorgegaukelt werden die Teil des Kampfes sind, am Ende läuft es aber doch immer auf Luftkampf heraus, und dieser ist sehr eintönig.

+ Die Hafenstadt ist alles was ich von den KHIII-Welten wollte. Man kann auf alle Dächer, es ist riesig, es sieht grandios aus, man kann unter Wasser und auch aufs Meer hinaus schwimmen, viele lebendige NPCs, es gibt reichlich zu entdecken, es ist so offen und alles in allem sogar noch ein wenig gelungener als die Tangled-Stadt, auch wenn es hier kein so tolles Minispiel gibt.


+ Die Schiffschlachten bzw. das Schiffe versenken ist effektvoll und spektakulär, das kann richtig Spaß machen und sich zur grandiosen Erfahrung entwickeln, das riesige offene Meer mit Inseln und allem ist ebenso gelungen, zwar tendieren die Schiffskämpfe dazu zu einfach zu sein, das hat sich in den wichtigen Szenen und bei roten Schiffen aber auch erledigt, es ist ein Effektfeuerwerk vor dem Herren. Das Einzige was mir noch gefehlt hat damit es perfekt wird wäre, dass es am Ende eine letzte, riesige Schiffsschlacht gegeben hätte bei der das Fluch der Karibik-Theme spielt. Aber es hat auch so wahnsinnig Spaß gemacht. Tolles Minispiel. 

Natürlich gab es noch andere Schwächen und Mängel an der Welt und dem Minispiel, die Story war wieder absurd und mir völlig egal, aber alles in allem wurde ich sehr positiv überrascht dafür, dass ich keine Lust auf das Franchise hatte. Es geht mir beinahe nicht in den Kopf, dass so eine Welt neben einer wie Frozen existiert. Wie toll hätte Frozen werden können, wenn das selbe Team hieran gearbeitet hätte... hoffentlich habe ich bei BH6 wieder mehr Glück. Den Film mochte ich recht gern.

+ Die Szene mit Lea und Kairi war erneut sehr schön. Was mich an der ganzen Sache sehr stört ist, dass man von diesem ominösen Training nichts gesehen hat, geschweige denn, dass man selbst Teile davon hätte spielen können. Das hätte sich doch so angeboten: Vor jeder ihrer Szenen spielt man zwischen Soras Abenteuern in Kairis Schuhen eine kurze Trainingseinheit mit Axel. Was für eine willkommene Abwechslung wäre das gewesen! So aber bleibt man wohl wieder auf Sora(Und Riku) stecken, wo es doch so viele Spielfiguren gäbe die sich anböten...

+ Die Szene vor dem Herrenhaus in Twilight Town, in der Niemande Xehanort angreifen, wird zwar mit Evan abgesprochen gewesen sein, dennoch lassen mich gewisse Szenen, Dialoge und Andeutungen überlegen, ob es nicht schon wieder zu einem internen Aufstand gegen die Organisation XIII kommt. Ich denke da vor allem an Marluxia, Larxene und Luxord. Es ist nicht wahrscheinlich, aber man darf hoffen.
Es bleibt schwierig zu bewerten. Die Kerngeschichte wird der ausschlaggebende Punkt.

Falls ihr irgendwelches Feedback habt, so lasst es mich bitte wissen.


Bis zum nächsten Bericht.


- Yoraiko 


RPG-Maker-Review: 'Alice' (2010)




Erstellungsjahr: 2010
Ersteller: Kelven 
Genre: Horror, Mystery, Drama
Spielzeit: Ca. 3 - 5 Stunden
Engine: RPG Maker 2000


Und weiter geht die bunte Kelven-Nostalgie-Makermogul-Achterbahnfahrt. Sollte jemand zu diesem Zeitpunkt Denkbloggade finden und sich noch nicht mit der deutschen RPG-Maker-Szene auskennen, so weiß er zumindest schon mal, wer die meisten, bekannten Spiele beigesteuert hat - Kelven, Kelven, Kelven. Aber Alice ist ein bisschen besonders und profitiert gar nicht so sehr von Nostalgie.
Für wen das kleine, von Alice im Wunderland inspirierte Horror-Adventure etwas sein könnte, und wer besser die Finger davon lässt, das klärt sich im Folgenden.


Kelven als einen der fünf einflussreichsten Maker der deutschen Szene (Marlex, Grandy, Real Troll, Lachsen und eben Kelven) unterscheidet man in der im Sterben inbegriffenen Makerszene grundsätzlich in zwei Schaffensperioden: Damals und Nicht ganz so damals. Alt und Neu. Retro und Indie-Modern. Während seine 'alten', teilweise von der Screenfun bekannten Projekte vor allem die Genres Fantasy und Horror absteckten, verschrieb Kelven sich in späteren Jahren nach einigen Genre-Experimenten ganz dem Horror und Neuauflagen alter Klassiker. Die 'Alte' Zeit ordnet man etwa bei 2002 - 2008 ein, während seine als 'moderner' angesehenen Projekte eigentlich mit Sonnenschauer(2008) ihren Anfang nahmen. Alice folgte 2010 danach. Auch das ist nun wieder zehn Jahre her, aber da heutzutage nicht mehr viel Gutes vom einst so fähigen Ersteller kommt, muss man zunehmend zurückblicken.

Alice kam überraschend und sehr kurzfristig, als kleines Horrorspiel erwartete man sich nicht allzu viel davon. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass dieses Spiel wie auch Sonnenschauer für Kelvens 'neuen' Stil steht, frischer, grafisch aufpolierter, mit zeitgemäßerer Musik. Ja, tatsächlich war ich damals der Meinung, Alice sei für seine Kürze eines der am besten funktinierenden Gruselspiele Kelvens und sehr gut gealtert, ein sicherer Tipp für Pixelfreunde. 
Nun habe ich es, zehn Jahre später, ein zweites Mal duzrchgespielt und muss leider einsehen, dass mich die Erinnerung an der Nase herumgeführt hat. 
Dennoch, Alice ist kein schlechtes Spiel.









Story:

Jeder, der sich mal für eine Weile mit Popkultur beschäftigt hat, sein es Bücher, Filme oder eben Spiele, wird nach zweieinhalb Wochen über genug 'Alice im Wunderland' gestolpert sein, dass es für den Rest seines Lebens reicht. Lewis Caroll' buntes Kinderbuchwerk ist überall, wie ein Virus hat es sich in den letzten dreissig Jahren in jeden noch so kleinen Aspekt jedes Mediums gefressen und ist omnipräsent als eine der größten künstlerischen Inspirationen. Warum genau das so ist, weiß wohl auch keiner so wirklich. Tatsache aber ist, dass auch Kelven die Wunderland-Thematik zum Spiel verwurstet hat, tatsächlich auf eine angenehme und kreative Weise wie ich finde. 


Wir spielen die unter Gedächtnisverlust(Natürlich...) leidende 'Emilie', welches sich im Keller eines großen Anwesens befindet und zusammen mit zwei Schulfreundinnen nach einem Ausweg sucht. Bald trifft sie auf eine weitere Klassenkameradin, die Tochter des Hausbesitzers, 'Alice', welche sie überhaupt erst herbrachte. 

Mehr muss man gar nicht sagen, denn der ganze Plot ist eigentlich recht simpel und unspannend gehalten. Wovon 'Alice' vor allem lebt und profitiert ist Atmosphäre. Lewis Carolls' auf der Oberfläche fröhliches Pastellabenteuer wurde hier, ähnlich wie bei Alice: Madness Returns ins Extreme verkehrt und zum Thema eines Gruselkabinetts umfunktioniert, das weniger Horror als mehr Mystery ist. Die Charaktere drücken sich kryptisch aus aber nicht anstrengend, die morbiden Bewohner des Wunderlandes sind keine große Innovation aber angenehm absurd und stimmig. Die Musik ist die ganze Zeit über sehr gut in die mysteriöse aber doch zauberhafte Stimmung eingearbeitet, vor allem das vor unschuldigem Charme sprühende Stück des Charakters 'Alice' untermalt die seltsame Andersartigkeit des Spiels und der zugrunde liegenden Vorlage. Weniger als Gameplay, Story oder gar Spannung ist das hier ein guter Atmosphäre-Trip insbesondere von Fans von Alice im Wunderland. 

Was man Kelven oft vorgeworfen hat ist, dass man mit seinen Horror-Protagonisten kaum mitfühlen kann, dass sie zu blass, stumm, eindimensional sind. In Alice hat er sich diesem Problem angenommen, indem Protagonistin Emilie nach jeder Szene und jedem Ereignis einen inneren Monolog führt und uns als Spieler erzählt, wie sie das gerade fand, wie sie sich fühlt und was sie darüber denkt. Das funktioniert grundsätzlich wie gewünscht und bringt uns ihren Charakter etwas näher, allerdings merkt man wenn man sich mit dem Schreiben etwas auskennt oder mal einige Bücher konsumiert hat leider auch schnell, wo Kelvens Grenzen lagen, und so sind die meisten von Emilies Monologen auf einem infantilen explanatory dialogue und Show dont tell-Niveau. Zumindest ich bin auch weder beim ersten noch beim zweiten Spieldurchlauf in irgend einer Form mit den drei 'Hauptcharakteren' geschweige denn 'Alice' warm geworden. Ich könnte sagen, dass das Spiel dafür zu kurz ist, aber andere Werke schaffen es in der Hälfte der Zeit. 

Auch über die Story darf man, wie in so vielen Horrorwerken, am Ende nicht zu genau nachdenken. Gerade Kelvens neuere Spiele sind dafür bekannt, in dieser Hinsicht eher öfter als selten rauchende Ruinen zu sein. Auch die Auflösung der kleinen Alice-Story ist letztendlich schmerzlich faul und platt geraten.



Ich will gar nicht viel mehr dazu sagen, weil der Screenshot es eigentlich bereits adequat zusammenfasst. Ist schon okay für ein kurzes Gruselspiel. Wirklich.

Relevant ist noch, dass man am Ende ein paar Minispiele spielt und Entscheidungen trifft, die das Ende beeinflussen. Fünf Enden gibt es an der Zahl, zwei bad endings, zwei neutrale und ein Gutes. Leider ist keines dieser Enden in irgend einer Form interessant oder befriedigend, da sie nicht länger als wenige Sekunden gehen. Sehr schade, zumindest beim guten Ende wäre da etwas mehr gegangen. So fand ich lediglich das 'Richtige' Bad Ending ganz gelungen, weil es immerhin gelungen trostlos ist.




Grafische Kelvenpracht





Für jemanden, der mit der Retro-Pixel-Ästhetik nicht viel anfangen kann, ist es anhand dieser Bilder vermutlich nicht ersichtlich, aber Kelvens 2010er Werk sprüht vor düsterem Glanz. Die detailreichen Inneneinrichtungen, die verdrehten Hausgegenstände, die ins abstruse gezogenen Wunderlandbewohner: Alice ist wirklich ein hübsches Spiel, auch heute noch, und damals sah man hier den Kontrast zu Kelvens früheren Werken.
Proitagonistin Emilie bewegt sich bei kleinen Aktionen, wir bekommen Animationen hier und da, in dieser Sektion ist das Spiel gut gealtert - Den Umständen entsprechend.




Das Gameplay fühlt sich an wie eine Köpfung


Da bin ich nur mit Ach und Krach noch auf eine Alice im Wunderland-Referenz gekommen, aber seis drum. Das Gameplay ist der größte Schwachpunkt von Alice und das Detail, das mir das Spiel leider doch etwas verleidet hat, trotz der dichten Atmosphäre.

Grundsätzlich funktioniert das Gameplay wie ein Point&Click-Adventure auf Tastaturbasis, zumindest war das Kelvens Ziel: Die Umgebung möglichst mit verschiedenen Aktionen erkunden, welche durch Ziffern umgeschaltet werden müssen. Diese Idee ging bedauerlicherweise überhaupt nicht auf und war auch fast von jedem Spieler als Kritik angemerkt. Es ist der größe Schwachpunkt eines Spiels, das sich eben um jenes Gameplay dreht. Die Optionen permanent und ständig umstellen zu müssen spielt sich extrem frickelig und mühsam, außerdem ergeben viele der Trennungen und Optionen schlichtweg keinen Sinn oder sind nicht konsequent umgesetzt. So funktioniert der Befehl 'Benutzen' zwar für Inventar-Items, nichts aber für Schalter oder Maschinen, die den Befehl 'Drücken/Ziehen' benötigen, welcher meistens zum Bewegen von Gegenständen verwendet wird. Der Befehl 'Öffnen' funktioniert manchmal für Türen und Kisten und manchmal nicht, wenn das Spiel von einem erwartet, dass man 'Benutzen' oder 'Untersuchen' auswählt. Und in nochmal so vielen Fällen trifft genau das Gegenteil von alldem zu und es ist plötzlich wieder ganz anders. Außerdem muss man diese Aktionen selbst in kleinen Räumen aller paar Sekunden umstellen, oft mehrmals hintereinander. Eine absolute Katastrophe, die einem jeglichen Spaß am Erkunden nimmt. Das 'Öffnen' als Option zu benutzen um in Schränke und Kommoden sehen zu können entwertet sich leider dadurch selbst, dass darin in 90 % der Fälle überhaupt gar nichts ist. Das Gameplay von Alice ist furchtbar und kennt kaum Stärken.  

 
Die Rätsel, welche ein wiederkehrendes Element in beinahe JEDEM Kelvengame darstellen und hier die einzige Variation im Gameplay bieten, sind leider auch nicht viel besser. Diese spielen sich sehr un-intuitiv, man muss teilweise drei Mal um die Ecke denken und die Lösungen sind zumeist trotzdem nicht ganz logisch. Ebenfalls funktionierende Lösungen mit anderen Gegenständen, die Kelven nicht bedacht hat, nimmt das Spiel nicht an. Man muss viel backtracken und bereits besuchte Abschnitte des Hauses zwei, drei Mal durchqueren, was sich nach 2/3 des Spiels leider in Monotonität niederschlägt.









Fazit


Alice war spielerisch nicht so honigweich wie ich es in Erinnerung hatte und ich war froh, als es vorbei war. Die Atmosphäre, Grafik und Musik sind jedoch noch immer auf gutem Maker-Niveau und gerade für Fans der Wunderland-Thematik verbirgt sich hier der eine oder andere Magic Moment. Dem gegenüber stehen gestelzte Dialoge, unbefriedigende Enden, eine alberne Geschichte und mangelhaftes Gameplay. Kurz gesagt ist es wohl eher zu empfehlen, euch ein gutes Let's Play von Alice auf Youtube anzusehen, da gibt es einige.




5/10 Spiegel für Alice
 


- Yoraiko 





Montag, 2. März 2020

CORONA - Fürchtet euch nicht!




Was kann ein kleiner, Politik&Weltgeschehen-verdrossener, Zusammenfassungen-lesender, meistens nur semi-informierter Popkultur-Emporkömmling schon groß zu einem so aktuellen, weltumspannenden und heiklen Thema wie dem Corona-Virus beitragen? 

Wahrscheinlich nicht viel. Dennoch habe ich an diesem Punkt das Bedürfnis, ein paar aufwühlende Gedanken zum Thema loszuwerden, schon alleine, um mich daran zu erinnern, dass es von mir nicht nur Reviews und Albernheiten gibt. Es kommt mir dabei entgegen, dass niemand, wirklich niemand sich bei mir ernsthaft darüber informieren wollen würde. Darum kann ich ganz entspannt an das Thema herangehen, habe aber dennoch den Anspruch, diesen Beitrag zu etwas mehr als 'MEINE MEINUNG' zu machen, weswegen ich dann doch auf einige Infos Bezug nehme.

Der Corona-Virus. Gibt man ihn bei Google ein, findet man den Wikipedia-Artikel dazu nur auf Umwegen, weil er für eine Neugierigen-Archivierung wohl noch nicht weit genug zurück liegt, geschweige denn überstanden ist. Aber es gibt den Artikel schon. Hier, bitte.

Ende Dezember ging die ganze Misere in China los. Mittlerweile sind mehrere Teile Asiens, Europas, Australiens, Afrikas und auch Amerikas betroffen, kurz gesagt, die weltweite Verbreitung dieser relativ neuen Krankheit steht schon in den Startlöchern. Wir als deutsche Nation genießen dabei den zweifelhaften Status als eines der am meisten befallenen Länder, Stand 2.3.20 sind wir auf Platz 3.  Und das trotz der immer zaghafter werdenden Beruhigungen und Relativierungen unserer Bundesregierung, denen ich in diesem Fall tatsächlich fast täglich gefolgt bin. 
Es besteht hierzulande kein Ausbreitungsrisiko. Wir machen uns da keine Sorgen. Das Virus ist unter Kontrolle. Autsch. 
 
Die ganze Sache erinnert unangenehm an das Ebolavirus, welches zuletzt 2014 - 2016 eine ähnliche schnelle Verbreitung mit sich brachte und somit auch ähnliche Reaktionen bei den Menschen hervorrief, allen voran: Angst.

Doch irgendwann... war Ebola wieder aus dem Tagesgeschehen verschwunden. Zumindest für uns Europäer war das Virus dann schließlich nicht mehr relevant, weil man das Gefühl hatte, dass wir uns da keine unmittelbaren Sorgen zu machen brauchen. Der Coronavirus ist da anders, denn der sollte uns bereits große Sorgen machen, weil er da ist, bleibt und sich rapide weiter ausbreitet, nicht nur hier sondern auch dort und da. Täglich wartet man quasi darauf, von neuen Ausbruchsfällen in weiteren Ländern zu hören. Der Virus verleibt sich die Erde so langsam ein, und es gibt Sachkundige zum Thema die aussagen, bis nächsten Jahr hätten sich 40 - 70 % der Weltbevölkerung mit Corona angsteckt, auch weil es so unheimlich schnell geht und die Symptome so unauffälig sind. 40 - 70 %. Das ist fast die Hälfte bis mehr als zwei Drittel der Menschheit. Da kann man schon mal Muffensausen bekommen, okay. Warum man meiner Meinung nach dennoch noch nicht vorbereitend auf 'Die zehn besten Zombie-Endzeitfilme der letzten Jahre' schielen und seine örtliche Rewe-Filliale um all ihre Dosenbohnen erleichtern sollte, umreiße ich jetzt.
 
Menschen sind unheimlich leicht empfänglich für falsche Informationen. Falsche Informationen führen zu Gerüchten, Gerüchte führen zu Übertreibungen und diese letztendlich zu brennender Panik. Diese Panik erleben wir momentan auch in Deutschland: Menschen kaufen Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken leer, wo sie sie nur kriegen können, räumen Supermärkte aus als wären es verdammte Super Mario-Bonuslevel und stapeln sich das Atombunker-Essen bis unter die Dachbodendecke. Und wollen wir nicht die sozialen Konsequenzen vergessen, die die gute, alte Braunschleuder Germany sich in einer solchen Situation nicht nehmen lässt: Jeder Asiate(Und anderweitig ersichtliche Ausländer) ist eine potentielle Biobombe, die uns Leib und Leben kosten könnte, weswegen wir diese Subjekte tunlichst meiden und mit strafenden Blicken von uns fern halten. Also, manche von uns machen das. Ihr wisst schon. Die weniger Schlauen. Jedes Husten in der Straßenbahn ist ein Vorbote des sich anbahnenden Todes, die ganze Bevölkerung lädt sich mehr und mehr an Paranoia und - ich wiederhole mich - ihrer eigenen Endzeit-Panik auf.

Leute, kommt mal wieder runter. Viel, viel schlimmer, als Corona je sein könnte, ist blinde Panik. Krankenhäuser und Ärzte können sich kein DESINFEKTIONSMITTEL(!!) mehr bestellen, weil Einzelpersonen den Kram in Kisten bei sich einlagern. Atemmasken, die für viele Menschen in Behandlung tatsächlich sinnvoll sind, werden auf Gut Glück im Dutzend billiger bestellt. Die Konsequenz: Die Leute die den Kram tatsächlich brauchen gucken in den Eimer. Aber hey, wer das nötige Kleingeld hat, kann sich ja auf Ebay eine 100 ml-Flasche Desinfektionsmittel für 30 € kaufen, die Marktwirtschaft freut sich, der freie Handel blüht, die Kassen klingeln. Das ist doch das Wichtigste.

Und man fragt sich: Was wollt ihr mit dem ganzen Kram? 
Desinfektionsmittel schützt euch auch nicht davor, euch an der Stange in der Straßenbahn die Bakterien von anderen zu holen, da sollen Handschuhe helfen. Oder wollt ihr das Zeug, das eurer Haut übrigens alles andere als gut tut, aller fünf Minuten auftragen? Und die Schutzmasken? Gegen was sollen die helfen? Solche Plastikmasken sind nach etwa 30 Minuten verbraucht, wollt ihr den ganzen Tag damit rumlaufen?  

Macht doch stattdessen einfach das, was jeder euch rädt, bewahrt Ruhe, wascht eure Hände, benutzt Taschentücher nur einmal, nießt in die Armbeuge, tragt Handschuhe und schnuppert nicht an den Achseln fremder Menschen. Letzteres ist übrigens immer ein guter Tipp. 

Ja sicher, wir müssen besorgt sein. Das ist alles kein Spaß, viele Menschen sind schon gestorben, viele sterben noch, aber bleiben wir bitte bei der Realität - Corona tötet nach wie vor vor allem die älteren, schwächeren und unter Vorerkrankungen leidenden Menschen, es ist deutlich weniger tötlich als vergleichbare Epidemien es waren und es ist mit Sicherheit kein Zombievirus-Verschnitt. 

Panik bringt wirklich niemandem etwas, stattdessen hilft es, sich sinnvoll zu informieren und auf aktuellem Stand zu bleiben, sprich, möglichst nicht über Fernsehsender oder Schmierblätter wie die BILD, welche vermeintliche Fakten bis zum Abheben aufblasen und noch ein paar schöne Genre-Mixe wie Thriller, Fantasy und urban Horror mit reinbringen. Pfui. Wer hingegen sind mit die Besten, wenn es darum geht, sich einigermaßen korrekt zu informieren? Klar: Die Comedy-Shows. Zwei Beispiele für empfehlenswerte, weil informativ und unterhaltsame, Zusammenfassungen. Die Ironie ist eigentlich keine, wenn man sich mal ansieht, wie oft die besten Informationen aus der Comedysparte des Fernsehens kommen, nicht nur in Deutschland.

Was mir auch auf die Nerven geht, sind die wie bei jeder größeren, ernsteren Angelegenheit von gesellschaftlicher Signifikanz(Greta...) aus ihren Löchern kommenden Trotz-Humoristen. Haha, Corona. Chinesenwitzt hier, Chinesenwitz da. Das betrifft mich alles gar nicht, weil es außerhalb meines unmittelbaren Dunstkreises stattfindet, also poste ich doch mal ein lustiges Bild auf Facebook um zu zeigen, wie scheißegal mir dieses vorübergehende Phänomen ist und dass man als lebensnaher Deutscher am besten allem mit einer ordentlichen Portion Humor begegnet.

Um diesem Text vielleicht auch noch eine besondere Note zu verleihen und über etwas zu schreiben, das ihr sonst garantiert nirgendwo lest: Das Internet hat es wieder getan.

Ich habe den Namen nur aus morbider Neugier gegoogelt, wollte sehen, ob es wieder passiert ist. Ja, selbstverständlich. Das hätte offensichtlich sein müssen. 

Kontext: Als das Ebola-Virus damals nach seinem westafrikanischen Ausbruch internationale Aufmerksamkeit bekam, ließ auch das zurecht verrufene Internetboard 4chan
sich nicht lumpen, und machte aus dem extrem tödlichen, menschenfeindlichen Virus was? Klar - ein süßes Anime-Mädchen. Ebola-chan war geboren und entwickelte sich schnell zum Internethit.


Was würde Freud dazu sagen? Wollen wir es lieber nicht vertiefen. Und besagtes 4chan hat natürlich auch diesmal wieder nicht enttäuscht und uns etwas viel Sympathischeres als eklige Bakterien zum Fürchten und lüstern Ansabbern geliefert: Corona-chan! 


Na komm, dann packen wir die zwei Süßen doch gleich zusammen!


So lob ich mir mein Internet. Geschmacklos. Warum noch zu echten Frauen oder Videospiel-Polygonen die Hüllen fallen lassen, wenn man sich auch zu bakteriellen Epidemien mit Anime-Brüsten den Hannes streicheln kann? Glorreich. Dann doch lieber einen fetten Drachen girlifizieren, wirklich.

Ha Ha. Ihr seid eine Zierde eurer Zunft, nur leider mit dem Feingefühl und der humoristischen Rhetorik einer knatternden Abfluss-Spülung gestraft. Aber ganz ehrlich? Ihr Kleingeister seid mir immer noch lieber als jene, die sich ohne einen Geistesfunken in ihre Angst hineinsteigern und die Gesellschaftskrankheit 'Panik' weiter anfachen.

Denn momentan wie immer gibt es mit Sicherheit nur einen Virus, der sich noch schneller als Corona verbreitet, und das ist Dummheit. 

Fürchtet euch nicht. Habt Respekt. 
 
- Yoraiko










Sonntag, 1. März 2020

Warum sollte man Japanisch lernen? / Empfehlenswerte, japanische Youtuber







1. Japanisch lernen oder nicht?
2. Fünf Sprachen in einer
3. Eine Geschichte des Scheiterns
4. Warum sollte man Japanisch lernen?
5. Gründe, Japanisch lernen zu wollen
6. Empfehlenswerte Japan-/Japantravel/J-Culture-Youtubekanäle





 Japanisch lernen oder nicht?

Niemand, der meinen Blog zwei Minuten betrachtet hat, würde leugnen, dass ich ein verdammter Weeb bin. Wohin man auch geht, wo man auch steht, es grinsen einen nerdige Pilzkulturen an. Und obwohl die Anime&Manga-Sparte keinen so großen Anteil einnimmt wie ich das gerne hätte, ist Japan mit seiner vielfältigen Kultur und seiner Sprache noch immer meine größte Leidenschaft. Gibt man sich über eine längere Zeit der Liebe für diesen einzigartigen Inselstaat hin, kommt man früher oder später immer an einen Scheideweg zwischen zwei Optionen, der unumgänglich gerade für Anime-Liebende ist:

Möchte ich Japanisch lernen oder nicht?

Es ranken sich viele Gerüchte und Ansichten um die fast ausschließlich in Japan selbst gesprochene Sprache. Da gibt es zum Beispiel die weit verbreitete Meinung, dass Japanisch eine der am schwersten zu lernenden Sprachen der Welt sei - im selben Atemzug werden andere Sprachen Asiens wie Chinesisch oder Koreanisch, aber auch fernere Vertreter wie Russich, Spanisch oder - Surprise - Deutsch genannt. Letzteres ist für uns ja zum Glück kein Problem... wobei, wenn ich mir die heutige Jugend so ansehe, noch nicht. 

Es stimmt: Japanisch ist unheimlich, unheimlich schwer zu lernen. Und als jemand, der bisher nur begrenzte Erfahrungen mit Sprachen abgesehen von Englisch, Japanisch und Italienisch gemacht hat würde ich mich dem Urteil anschließen: Japanisch ist extrem komplex und sicherlich eine der mindestens fünf schwierigsten Sprachen der Welt zum Lernen. Sehen wir uns kurz an warum.  

  Fünf Sprachen in einer

Wer Japanisch nicht nur mehr oder weniger verstehen, sondern tatsächlich fließend sprechen und meistern möchte, der muss nicht eine, sondern fünf Sprachen lernen. Ganz recht, fünf verschiedene Kommunikationsarten. Um meine Übertreibung zu erklären: Das Japanische verwendet wie sicherlich den meisten bekannt sein dürfte drei Alphabete, Kanji, Hiragana und Katakana. 

Katakana kommt aus dem Chinesischen und wird am seltensten verwendet, vor allem für ausländische Begriffe.

Hiragana ist - sehr vage - mit unseren Druckbuchstaben vergleichbar und quasi die einfache Version der Kanji. 

Kanji schließlich sind die gebräuchlichsten Schriftzeichen, können und haben meistens mehrere oder verschiedene Bedeutungen je nachdem ob sie auf ihre Japanische oder ihre ursprüngliche chinesische Art und Weise gesprochen werden und sollen quasi Symbole darstellen für das, was sie bezeichnen. 

Diese drei Schriftsprachen werden im Japanischen frei und untrennbar miteinander kombiniert, man findet selten nur eine davon, sei es nun auf japanischen Straßen, in Manga, Anime oder Online. Wer nicht alle drei halbwegs flüssig beherrscht, wird sich schwer tun. Dabei sind die Hiragana am 'einfachsten'. 



Sie sind übersichtlich in der Anzahl, einfach zu schreiben und klar abgesteckt in Bedeutung und Aussprache. Eine runde Sache, und so hatte ich es nach wenigen Monaten geschafft, sie vollständig auswendig zu lernen. Es sollte mein einziger Erfolg im Japanischen bleiben, aber immerhin - grundsätzlich decken die Hiragana alle Aspekte der Sprache ab, werden auf japanischen Straßen vielfach genutzt und genügen somit, um sich zu verständigen. Man würde einem Muttersprachler online damit eben nur wie ein brabbelnder Trottel vorkommen. 

So, nun reicht es aber auch nicht, die Schriftzeichen zu beherrschen, denn diese stehen ja nur für japanische Silben in lateinischer Sprache. Ihr müsst also selbstverständlich auch noch jedes einzelne, übersetzte Wort zusammenhängender Hiragana in Hiragana UND Lateinschrift lernen. Drei mal - denn es gibt ja noch Kanji und Katakana. 

Und solltet ihr DAS geschafft haben und somit quasi jedes japanische Buch lesen können, müsst ihr selbstverständlich auch noch die Aussprache meistern. Und die Satzstrukturen, Grammatik, Partikeln, verschiedenen Zeitformen, ...

Eine Geschichte des Scheiterns

Ich habe in den letzten acht Jahren insgesamt drei Anläufe gestartet, diese Sprache zu meistern. Ich habe mir dafür ein Lehrbuch für Anfänger gekauft und mich eingearbeitet. Meine Ausgangslage war vorteilhaft: Beim Lernen einer Sprache ist es wichtig, sich täglich damit zu beschäftigen. Wer also ständig japanische, englisch-untertitelte Anime ansieht, der hört diese Sprache permanent, schnappt viel auf und stellt irgendwann Zusammenhänge her. Dennoch habe ich beim ersten Mal nach ein paar Wochen aufgegeben, weil mir Struktur und jemand zum Sprechen fehlte. Beim zweiten Versuch erstellte ich unzählige Aufzeichnungen, letztendlich scheiterte es aber nach ein, zwei Monaten wieder am Mangel an Gleichgesinnten. Mein dritter und finaler versuch letztes Jahr war motiviert durch einen guten Frteund und Berufslehrer, der ebenfalls im privaten Japanisch-Studium inbegriffen war - er war das, was mir immer fehlte, lernte mit mir, gab mir Tipps, half mir bei Schwierigkeiten, motivierte mich. Auf seine Empfehlung lud ich mir die Lern-Software Anki herunter, die ich an dieser Stelle nur wärmstens weiterempfehhjlen kann, falls ihr IRGENDETWAS lernen wollt: Auch für Japanisch ist sie sinnvoll. Ich arbeitete mich wieder durch mein Buch durch, meisterte Hiragana endlich, lernte meiner ersten Kanji, und dann... hörte mein Fortschritt irgendwann auf. Jedes neue Kanji wurde zur Qual, jedes Öffnen von Anki eine leidige Pflicht, die Grammmatik wurde mir zu komplex und nachdem ich wochenlang frustriert mit mir gekämpft hatte und diese leidige Sprache mein Selbstwertgefühl, meinen Alltag, meine Freizeit und meine Laune auf regelmäßiger Basis in den Keller getrieben hatte, schnitt ich diese toxische Aktivität komplett ab und begrub mein Ziel, Japanisch zu lernen, endgültig.


Damit habe ich es quasi vorweg genommen: Ich persönlich habe auf die entscheidende Frage, ob ich diese Sprache lernen möchte, dazumal die Antwort 'Ja' gefunden. Viele Anime-Fans, Japan-Interessierte, Urlauber oder sogar Hinzugezogene(!!) entscheiden sich dagegen: Sie kämpfen sich mit Englisch durch oder leben sogar in einem Land, in dem sie sich theoretisch mit kaum jemandem verständigen können. Ein unangenehmer Gedanke.  

 Warum sollte man Japanisch lernen?

Gründe, Japanisch zu lernen, gibt es für den geneigten Enthusiasten einige: Ob es nun die Vorstellung ist, sich  während dem zweiwöchigen Urlaub mit den Einheimischen unterhalten oder die Schilder verstehen zu können, Animeserien ohne englische oder deutsche Untertitel auf japanisch zu konsummieren,  sich über das Internet mit japanischen Freunden auszutauschen oder auch einfach nur vor anderen mit flüssigem Japanisch anzugeben, was IMMER für offene Münder und große Augen sorgt - Japanisch zu beherrschen wäre eine tolle Sache, gerade wenn man täglich dahingehende Medien konsummiert. 

Aber muss man diese Sprache wirklich lernen? 
Nein, das finde ich nicht. Und um die Pointe auch nochmal zu betonen zu nehmen: Nein, ich habe es nicht geschafft, Japanisch zu lernen. Darum darf dieser Text durchaus als der Frust eines Verlierers angesehen werden. Doch bereue ich es nicht, die Sprache nicht zu können. Stattdessen habe ich mir irgendwann die Frage gestellt:


Warum in aller Welt sollte man Japanisch lernen?

Warum seid ihr daran interessiert, diese Sprache zu lernen oder sie gar flüssig zu sprechen? Warum wollt ihr Japanisch verstehen? Wenn wir auf eine Sprache ganz anderen Kalibers schielen, fällt uns die Antwort darauf sicherlich nicht schwer. Englisch. Weltsprache. Ich halte es für grasierend fahrlässig, wenn ein Mensch über 10 heutzutage kein Englisch versteht und rudimentär spricht. Vor zehn, zwanzig Jahren mag das noch anders gewesen sein, heutzutage aber ist diese Sprache überall, im Fernsehen, im Internet, auf unseren Straßen, sie ist die erstbeste Kommunikation mit Menschen andersprachiger Länder, sie überwindet Grenzen als universeller Schlüssel und öffnet viele Türen, wenn man sie beherrscht, verschließt aber noch mehr, wenn man sie nicht kann. An meiner Familie, die mit Englisch nicht viel am Hut hat, merke ich immer wieder, wie schwierig man es gerade im World Wide Web hat, wenn man kein Englisch spricht - mit Deutsch kommt man eben nur sehr, sehr begrenzt weit, auch und vor allem in Sachen Anime, Untertitel und so weiter.

Aber zurück zum Japanischen: Englisch ist ein heutiges Muss, was aber ist japanisch? Japanisch ist ein 'Nettes Gimmick'. Wenn unsere Muttersprache eine Hand mit vier Fingern ist, ohne die nichts geht, ist Englisch der Daumen und Japanisch lediglich ein hübscher Diamantring obendrauf. Du musst nicht Japanisch lernen. Niemand, der nicht vor hat dauerhaft in Japan zu leben oder beruflich mit der Sprache zu tun hat muss das. Kein Anime-Vollblut Fan. Kein Otaku und kein Weeb. Kein Urlauber und nicht mal ein Austauschstudent. Wirklich nicht. Englisch genügt vollkommen. 


Damals, so vor zehn, zwanzig Jahren war das sicherlich noch eine ganz andere Sache: Englisch war in der japanischen Kultur, auch in Touristen-Hochburgen wie Tokio oder Osaka noch nicht so stark angekommen wie heute, viele, viele Anime, Manga und Spiele, die wir im Westen gerne konsummieren wollten, existierten schlichtweg nicht in übersetzter Form, vor allem das noch immer nicht wirklich explodierte Nischengenre Visual Novel mit Brechern wie Fate/Stay Night oder Clannad verlangte zwingend hervorragende Japanischkenntnisse. Japanisch zu lernen war keine Spielerei. Es war das goldene Ticket in die Schokoladenfabrik unser aller Leidenschaft, den harten und im Westen unbekannten Otaku-Kern der japanischen Popkultur. Diese Zeit ist vorbei.


Irgendwann Anfang der 10er-Jahre explodierte der deutsche und internationale Lizenzmarkt. Anime, Manga, Videospiele und sogart Visual Novels, von denen wir es uns niemals zu träumen gewagt hätten, erreichten plötzlich in verständlicher Form unsere Breitengrade. Internet, Tourismus, Anime-Vermarktung und Einwanderung haben dafür gesorgt, dass auch Japan der englischen Sprache in seinen eigenen vier Wänden mehr Aufmerksamkeit beimisst.



 Gründe, Japanisch lernen zu wollen

Nehmen wir uns doch mal ein paar Gründe vor, die man angeben könnte, warum man Japanisch lernen möchte. 



1. Ich möchte Anime/Manga/Videospiele/Bücher/Filme auf Japanisch konsumieren!

Dazu musst du kein Japanisch können, Englisch reicht. So gut wie kein nennenswerter Anime oder Film aus Japan ist heutzutage ohne Übersetzung, selbiges gilt für Videospiele. Englisch reicht da vollkommen aus, es sei denn du möchtest ohne Untertitel schauen. Aber ist das den Zeitaufwand dann wirklich wert? Im Manga-Segment gibt es viel Nischiges, das uns offiziel nicht erreicht hat und nicht wird, fast alles Nennenswerte ist aber fan-übersetzt. Bücher/Light Novels sind sicherlich ein Argument, da diese noch sehr zögerlich in Deutschland lizenziert werden, aber auch das ändert sich zunehmend, und auf dem internationalen Markt sieht das wieder ganz anders aus. 

2. Visual Novel / Hentai Game X wurde noch nicht übersetzt! 

Vor ein paar Jahren noch ein echtes Problem, mittlerweile nimmt die Drastik ab, zur Hälfte durch vermehrte offiziele Lizenzierungen durch Anbieter wie Steam als auch durch lange-überfällige Fanübersetzungen von Klassikern wie Fate/Stay-Night. Das Wichtigste gibt es auf Englisch, und der riesige, undurchsichtige Rest, der nicht übersetzt wird... ist der es wert? Das muss jeder für sich selbst wissen.

Genau wie die Frage, ob man die Dialoge in einem Hentaispiel verstehen muss. Kann da nicht aus Erfahrung sprechen. Und selbst die werden zuhauf übersetzt. Hab ich gehört. 


3. Ich mache bald Urlaub in Japan und will mich doch zurechtfinden und mit den Einheimischen unterhalten können!

Wir wissen alle, dass Japan eines der beliebtesten Urlaubsziele der Welt ist, nicht nur für J-Nerds. Jeder zweite Youtuber, jeder dritte Nachbar und jeder vierte Weeb fliegt da einmal aller zwei Jahre hin. Glaubt ihr wirklich, die können alle Japanisch? Mal abgesehen davon, dass Tokio und Umgebung so wie andere Großstädte mittlerweile VOLL sind von englischen Touristen-Hilfen, sei es auf Schildern, Speisekarten, Ticketautomaten oder Preisetiketten, gibt es mittlerweile sehr potente Übersetzungsprogramme die in wenigen Sekunden funktionieren, sehr viel funktioniert über Gesten und wenige Vokabeln, die man auswendig lernen kann und in der Regel ausreichen, um den hilfsbereiten Japanern klar zu machen, was man von ihnen möchte. Quelle: Einer von vielen japanischen Youtubern, auf die ich weiter unten verlinke. 

Die Gegenseite ist natürlich auch wahr: Entgegen der englisch-geprägten Erwartungshaltung westlicher Gemüter solltet ihr nicht ertwarten, dass in Japan irgend jemand außerhalb eines Flughafens oder Hotels auch nur ein Wort Englisch spricht. Die Sprache ist dort im Volk trotz dem Pflichtfach in der Schule nicht sehr weit verbreitet, und das merkt man mehr, je stärker man in ländliche Gegenden den Landes vordringt - dort nehmen dann auch Touristen-Hilfen logischerweise ab. Aber so lange ihr euch gut vorbereitet, ein paar Vokabeln parat habt und euch nicht zu weit von den Zentren entfernt, seid ihr mit Englisch und zwei gesunden Händen vollkommen safe. 

Sprecht ihr auf der anderen Seite tatsächlich Japanisch mit Japanern, werdet ihr merken, dass sie das richtig toll und lustig finden. Für zwei Minuten. Dann versuchen sie wieder Englisch mit euch zu sprechen und erwarten das auch von euch. Als ausländischer Tourist in Japan sollt ihr kein Japanisch sprechen - außerdem hört man es GARTANTIERT unangenehm heraus. Es braucht viele, viele Jahre und unheimlich viel Übung, um ansatzweise unverräterisch Japanisch zu sprechen. Quelle: Ebenfalls die einschlägigen Kanäle weiter unten.

4. Ich möchte nach Japan ziehen!

Längerfristig? Dann lernt Japanisch, das ist ein legitimer Grund. Nicht, dass ihr es müsst. Ich habe genug Geschichten von Angestellten in großen Firmen gehört, die 2-3 Jahre in Japan gelebt haben ohne ein Wort der Sprache zu beherrschen. 


Wir merken: Japanisch ist vielleicht gar nicht so zwingend notwendig wie wir immer dachten. Ich will es um Himmels Willen niemandem ausreden, die Sprache zu lernen, und viele, viele engagierte und willensstarke Enthusiasten haben es ja auch gemeistert und sind sicher glücklich und stolz darüber - cool! Wirklich, gut gemacht, ihr habt jedes recht stolz auf euch zu sein und ich bin sicher, es macht in und außerhalb Japans einen Heidenspaß. Aber wenn ihr die Sprache noch nicht könnt und anfanghen wollt, solltet ihr euch ganz genau fragen: Will ich wirklich mindestens 3-4 Jahre regelmäßiger Arbeit aufwenden, um in meinem zweiwöchigen Urlaub ein paar gebrochene Sätze mit den Einheimischen austauschen zu können, diese eine, kleine Visual Novel zu lesen und vor meiner Familie anzugeben? Ist es das wert? Denn außerhalb dieses Landes und dieser Kontexte bringt euch die Sprache gar nichts. Dann vielleicht doch lieber Französisch oder Spanisch... nicht, dass das einfacher wäre. Aber es bringt euch möglicherweise weiter. 

Warum sollte man Japanisch lernen? Keine Ahnung. 
Darum mach ichs nicht. Aus meinem dritten Anlauf habe ich mir viel mitgenommen, ich verstehe alle Hiragana und kann diese schreiben. Durch den regelmäßigen Anime-Konsum seit 15 Jahren habe ich ein Gefühl für die Sprache entwickelt, verstehe sehr, sehr viele häufige Vokabeln und wie Sätze aufgebaut sind. All das nehme ich mir mit, aber das genügt auch.

 Empfehlenswerte Japan/Japantravel/
J-Culture-Youtubekanäle

Zu guterletzt noch ein paar Empfehlungen für das Thema Japanisch, japanische Youtuber und dergleichen, die nicht nur interessant für Sprache, Urlaub und Kultur des Landes sind, sondern auch viele tiefere Einblicke ins japanische Leben bieten. Auf Englisch, natürlich.

Abroad in Japan
Vermutlich der beste japanische Youtuber, den ich bisher kennengelernt habe. Ein britischer Englischlehrer in Japan, der so ziemlich alle kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Themen abdeckt, die euch interessieren könnten. Geeignet für jeden.

Rambalac
Einzigartige,  tiefenentspannte Kameratouren durch sämtliche Städte, Wälder, Gebiete, Gegenden Japans, als ob ihr selbst dort wärt. Ein wundervoller Channel, der das Land mit seinen großen und kleinen Wundern in euer Wohnzimmer bringt. Vor allem geeignet, wenn ihr euch schon mal mit bestimmten Städten vertraut machen möchtet.

internationally ME
Für Urlauber. 

Paolo from Tokyo
Wenn ihr den unerträglichen Youtuber selbst ausblenden könnt, sind seine Videos größtenteils sehr interessant.

Gigguk
Hat weniger mit der Sprache oder dem Land am Hut, ist aber in meinen Augen der beste Anime-Youtuber des Erdenrunds.

The Anime Man
Erklärt sich selbst. Ein sehr bekannter Anime/Manga-Youtuber, der in Japan lebt und viele interessante J-Culture-Themen abdeckt.

Letztendlich noch die Inspiration für diesen Text:
Why you shouldn't learn Japanese 


Sehr zu empfehlen.

Ich hoffe, ich konnte meine Meinung zum Thema Japanischlernen sinnig aufschlüsseln und den einen oder anderen Gedanken anstoßen. Natürlich wünschte ich, ich hätte es damals geschafft und Japanisch gelernt. Aber stattdessen habe ich viele andere sinnvolle Dinge getan. Was würde mir mein Japanisch jetzt bringen? Jeder, der es durchgezogen hat, genießt meinen vollsten Respekt und meine Bewunderung.

Aber wenn ihr mit dem Gedanken spielt anzufangen, überlegt euch sehr gut, worauf ihr euch einlasst und wofür genau ihr euch die Arbeit machen wollt. Dann wirds auch gut gehen.

- Yoraiko