Donnerstag, 29. August 2019

Film-Review - The Riot Club (2014)

                                [Bild: The_Riot_Club_UK_poster.png] 


"ICH HAB DIE SCHNAUZE VOLL VON ARMEN LEUTEN!!"

Ein Film, der damals keine große Werbung spendiert bekam. Ein Film aus der dritten Reihe, der kein großes Kinoerlebnis war, ist oder sein wird, und den man vielleicht auf Umwegen über den Freund eines Freundes mal mitguckt oder sich am Sonntagnachmittag auf der Couch gibt. Und für genau diese Anwendungszwecke ist er okay. Mehr aber auch nicht.
The Riot Club ist vorhersehbar. Eine Story existiert fast gar nicht, die Charaktere sind teilweise sehr stark überzeichnet, es wird nichts Spannendes erzählt. Das Einzige, worin der Film wirklich Erfolg hat, ist Hass beim Zuschauer aufzubauen. Hass für die, wie unüberraschend zu erwarten ist, Verlogensten der Verzogenen, die Dekadentesten der Dekadenten, die selbsternannten Aristokraten der Oxford-Akademie, Heimat des bereits im Mittelalter gegründeten, titelgebenden Riot-Club, derzeit bestehend aus zehn jungen Männern. Was sieht man sich über 109 Minuten an? Exzesse. Mehr Exzesse. Ein paar wenige Szenen zur Charakter-Entwicklung des 'Neulings' im Club, der Niceguy des Films. Protagonist würde ich nicht einmal sagen, weil alle zehn Darsteller diese Rolle ausfüllen. Exzesse, Exzesse, Exzesse. Arroganz und ekelerregende Dekadenz, und die höhere Einsicht, dass wirklich jeder Mensch um uns herum wertlos und kaufbar ist. Du bist eine Frau vom Begleit-Service? Blas uns allen einen. So was machst du normalerweise nicht? Egal, wir erhöhen dein Honorar, braucht dein Boss nicht wissen. Du willst nicht? Dann versuchen wir es mal mit der Freundin eines Mitglieds. Sie will nicht? Vielleicht ändert sich ihre Meinung beim zehnfachen Angebot. 

Das mögen minimale Spoiler sein, aber das ist bei TRC ohnehin vollkommen egal und meilenweit vorauszusehen. Sein Hauptmerkmal, hassenswerte Charaktere vorzuführen, macht der Film gut. Gerade 'Antagonist' Ryle, besser bekannt als Finnick in die Tribute von Panem, spielt seine Rolle so gut, dass man sich immer wieder in Erinnerung rufen muss, dass das nur ein Schauspieler ist, den man als sympathischen Mitstreiter von Katniss Everdeen kennt. Chapeau. Aber sonst? Kaum etwas.

Fazit: Ereignisarme Handlung, überraschungsloser Verlauf, pointenloses Ende. Starke Schauspieler. Wenn ihr Lust habt, mal so richtig reichen Arschlöchern beim Feiern zuzusehen, und Stunk auf sie zu schieben, kann man Riot Club gucken. Ich fand den Film trotz allem nicht so schlecht und hatte meinen Spaß damit, die Reichen und nicht ganz so Schönen zu hassen. Wenn ihr aber nach Storykonsistenz oder Charaktertiefe sucht, oder ein moralisch-gerechtes Ende erwartet... nicht euer Film.


5/10 Dollarnoten für The Riot Club
- Yoraiko



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